Wie können Urlauber helfen?
Region - Im Urlaub kann es schon vorkommen, dass ein herrenloser Hund großes Mitgefühl auslöst. Das meier-Magazin gibt einen Überblick, was dann im Süden Europas zu tun ist.
Wenn Urlauber im kroatischen Pula einen zugelaufenen Hund finden, können sie das Tierheim Snoopy kontaktieren, um den Hund aufzunehmen. Freiwillige reagieren auf Notrufe und holen Tiere oft direkt vor Ort ab. Das Tierheim versorgt verletzte oder kranke Hunde und bereitet sie für eine Adoption vor.
1. Freiwilligenarbeit und Spaziergänge:
Urlauber können das Tierheim sonntags von 10:00 bis 14:00 Uhr ohne Voranmeldung besuchen oder an anderen Tagen nach Terminabsprache. Freiwillige werden dringend benötigt, um Hunde auszuführen, zu sozialisieren und an die Leine zu gewöhnen. Solche Spaziergänge sind für die Hunde wichtig, um Vertrauen aufzubauen und sie auf ein Leben in einer Familie vorzubereiten.
2. Sachspenden:
Das Tierheim ist auf Spenden angewiesen, da es keine staatliche Unterstützung erhält. Besonders gebraucht wird Futter. Vor allem für junge Hunde. Etwa 1800 Dosen Nassfutter und 90 Säcke Trockenfutter pro Monat, Decken, Bettwäsche, Geschirr, Leinen und andere Gebrauchsgegenstände. Urlauber können Sachspenden direkt im Tierheim abgeben. Auch von Deutschland aus können Sachspenden geleistet werden. Carmen Baur vermittelt gerne die Adresse einer eigenen Sammelstelle in der Nähe Münchens. Allerdings müssen die Unterstützer ihr Spendengut dort selbst abliefern.
3. Geldspenden und Patenschaften:
Geldspenden können über PayPal ( udrugasnoopy@gmail.com ) oder per Banküberweisung (IBAN: HR7924070001100133928) geleistet werden. Urlauber können Patenschaften für Hunde übernehmen, um deren Aufenthalt im Tierheim zu unterstützen, falls eine Adoption nicht möglich ist.
4. Adoption oder Mitnahme nach Deutschland:
Interessierte Urlauber können Hunde adoptieren. Dafür gibt es einen umfangreichen Fragebogen, um sicherzustellen, dass der Hund zu den Lebensumständen der Familie passt. Eine Vorkontrolle bei der Adoptionsfamilie findet statt, und es werden Informationen über den Charakter und die Vorgeschichte des Hundes bereitgestellt. Alle Hunde im Tierheim Snoopy sind geimpft, gechippt, kastriert/sterilisiert und besitzen einen EU-Heimtierausweis, was die Einreise nach Deutschland erleichtert.
Für die Einreise in die EU benötigt der Hund einen gültigen EU-Heimtierausweis, eine Tollwutimpfung (mindestens 21 Tage alt) und eine Mikrochip-Kennzeichnung. Urlauber sollten sich mit dem Tierheim in Verbindung setzen (Kontakt: +385 92 314 1053, +385 97 708 7939 oder info@snoopy.hr ), um den Transport zu organisieren. Oft arbeitet das Tierheim mit Organisationen wie der Tierhilfe Franken e.V. zusammen, die den Transport nach Deutschland unterstützen. Falls eine sofortige Mitnahme nicht möglich ist, kann das Tierheim den Hund auf einer Pflegestelle unterbringen, bis der Transport organisiert ist. Die Tierhilfe Franken e.V. hat beispielsweise schon Hunde nach Deutschland vermittelt, indem sie Pflegefamilien und Transporte koordiniert.
Vergleich mit anderen Urlaubsländern
• Ähnlichkeiten:
• In Kroatien, Italien, Spanien und Portugal sind Tierheime stark auf Spenden und Freiwillige angewiesen. Die EU-Einreisebestimmungen für Hunde sind einheitlich, was die Mitnahme nach Deutschland erleichtert.
• Urlauber können in allen Ländern zugelaufene Hunde melden, Sachspenden abgeben oder sich freiwillig engagieren.
• Unterschiede:
• Kroatien (Snoopy): Das Tierheim Snoopy ist ein „No-Kill“-Tierheim mit einer klaren Philosophie, Hunde liebevoll zu versorgen und zu vermitteln. Die Zusammenarbeit mit deutschen Tierschutzorganisationen wie der Tierhilfe Franken ist gut etabliert, was Adoptionen und Transporte erleichtert.
• Italien: Weniger „No-Kill“-Tierheime, aber gute Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen. Bürokratie kann jedoch eine Hürde sein.
• Spanien: Größeres Streunerproblem und höheres Risiko für Krankheiten wie Leishmaniose. Tierheime sind oft überlastet, aber es gibt starke Netzwerke für Adoptionen nach Deutschland.
• Portugal: Ähnlich wie Kroatien stark auf Spenden angewiesen, aber weniger gut organisierte internationale Adoptionsnetzwerke.
Empfehlungen für Urlauber
• In Kroatien (Snoopy): Kontaktieren Sie das Tierheim Snoopy direkt (info@snoopy.hr oder +385 92 314 1053), um zugelaufene Hunde zu melden oder Hilfe anzubieten. Besuchen Sie das Tierheim sonntags oder nach Terminabsprache, um Hunde auszuführen oder Spenden abzugeben. Für Adoptionen ist eine Vorkontrolle notwendig, aber die EU-Heimtierausweise der Hunde erleichtern die Mitnahme.
• In Italien, Spanien, Portugal: Recherchieren Sie lokale Tierheime oder Tierschutzorganisationen in der Region (z. B. Lega del Cane in Italien, Galgos del Sol in Spanien, Animal Rescue Algarve in Portugal). Melden Sie zugelaufene Hunde bei der Polizei oder einem Tierheim. Für Adoptionen oder Transporte nach Deutschland wenden Sie sich an lokale Organisationen, die oft mit deutschen Vereinen kooperieren.
• Allgemein: Informieren Sie sich vor der Reise über Tierheime in der Nähe Ihres Urlaubsortes. Tragen Sie Kontaktdaten von Tierheimen bei sich, um im Falle eines zugelaufenen Hundes schnell handeln zu können. Überlegen Sie, ob Sie während des Urlaubs Zeit haben, sich freiwillig zu engagieren, z. B. durch Gassigehen oder Spenden.
Umgang mit zugelaufenen Hunden in Italien, Spanien und Portugal
Italien
• Tierheime und Tierschutz:
In Italien gibt es zahlreiche Tierheime („rifugi“), die oft von Freiwilligen betrieben werden. Viele Tierheime, besonders in touristischen Regionen wie der Toskana oder Süditalien, nehmen zugelaufene Hunde auf. Urlauber können zugelaufene Hunde bei lokalen Tierheimen oder der Polizei (Carabinieri) melden. In Süditalien, z. B. in Apulien oder Sizilien, sind Streuner ein großes Problem, und Tierschutzorganisationen wie die Lega Nazionale per la Difesa del Cane sind aktiv.
• Mitnahme nach Deutschland:
Ähnlich wie in Kroatien benötigt ein Hund einen EU-Heimtierausweis, eine Tollwutimpfung und einen Mikrochip. Italien ist Teil der EU, daher gelten die gleichen Einreisebestimmungen. Viele italienische Tierheime arbeiten mit internationalen Tierschutzorganisationen zusammen, die Transporte nach Deutschland organisieren. Urlauber können sich an Organisationen wie „Save the Dogs and Other Animals“ wenden, die in Italien aktiv sind. Herausforderung: In Italien sind Tierheime oft überfüllt, und die Bürokratie kann langsamer sein als in Kroatien. Die Zusammenarbeit mit deutschen Tierschutzvereinen ist jedoch gut etabliert.
• Unterstützung vor Ort:
Urlauber können in Italien Sachspenden wie Futter oder Decken abgeben oder sich als Freiwillige melden, um Hunde auszuführen. Viele Tierheime freuen sich über kurzfristige Hilfe, ähnlich wie Snoopy. Problem: In Italien gibt es weniger „No-Kill“-Tierheime, und in manchen Regionen werden Streuner nach einer gewissen Zeit euthanasiert, wenn sie nicht vermittelt werden.
Spanien
• Tierheime und Tierschutz:
Spanien hat ein großes Problem mit Streunern, besonders in Andalusien und den Balearen. Tierheime („protectores de animales“) sind oft überlastet, und viele Hunde werden ausgesetzt, besonders nach der Jagdsaison (z. B. Galgos). Urlauber können zugelaufene Hunde bei der Polizei oder lokalen Tierheimen melden. Organisationen wie „SOS Animals Spain“ oder „Galgos del Sol“ sind auf die Rettung von Streunern spezialisiert.
• Mitnahme nach Deutschland:
Die EU-Einreisebestimmungen (EU-Heimtierausweis, Tollwutimpfung, Mikrochip) gelten auch hier. Viele spanische Tierheime arbeiten mit deutschen Tierschutzvereinen zusammen, die regelmäßig Transporte nach Deutschland organisieren. Herausforderung: Die Gesundheitskontrollen können strenger sein, da in Spanien Krankheiten wie Leishmaniose häufiger vorkommen. Urlauber sollten sicherstellen, dass der Hund vor der Ausreise tierärztlich untersucht wird.
• Unterstützung vor Ort:
Urlauber können Futter, Decken oder Geld spenden. Viele Tierheime in Spanien bieten auch die Möglichkeit, Hunde während des Urlaubs auszuführen oder temporär als Pflegestelle zu fungieren. Im Vergleich zu Kroatien ist die Tierschutzsituation in Spanien schwieriger, da die Anzahl der Streuner höher ist und staatliche Unterstützung oft fehlt.
Portugal
• Tierheime und Tierschutz:
In Portugal gibt es ebenfalls viele Streuner, besonders in ländlichen Gebieten wie der Algarve. Tierheime („canis“) sind oft klein und von Freiwilligen betrieben. Urlauber können zugelaufene Hunde bei der Polizei oder Tierheimen melden. Organisationen wie „Animal Rescue Algarve“ nehmen Streuner auf und versuchen, sie zu vermitteln.
• Mitnahme nach Deutschland:
Die EU-Einreisebestimmungen sind identisch. Portugiesische Tierheime arbeiten oft mit internationalen Organisationen zusammen, um Hunde nach Deutschland zu vermitteln. Herausforderung: In Portugal sind die Ressourcen der Tierheime oft begrenzt, und die Organisation von Transporten kann länger dauern als in Kroatien.
• Unterstützung vor Ort:
Urlauber können Sachspenden abgeben oder sich als Freiwillige engagieren, z. B. bei der Pflege oder beim Gassigehen. Patenschaften sind ebenfalls möglich. Im Vergleich zu Kroatien ist die Tierschutzsituation in Portugal ähnlich, da beide Länder stark auf private Spenden angewiesen sind, aber Portugal hat oft weniger gut organisierte Netzwerke für internationale Adoptionen.
Weitere Seiten zum Thema:
