Windparks als Bürgerenergiegenossenschaft?

Wendelstein - Der Ortsverband der Wendelsteiner Grünen hat die Bürgerenergiewerke Offenhausen e.G. besucht.

  • Grüne im Gespräch mit Dieter Stephan, dem zweiten Vorstand der Bürgerenergiewerke Offenhausen e.G.

    Grüne im Gespräch mit Dieter Stephan, dem zweiten Vorstand der Bürgerenergiewerke Offenhausen e.G.
    © Marcel Helbig

Während in Wendelstein die Diskussionen um die Ausweisung eines Windenergievorranggebiet anhält, informieren sich die Grünen über mögliche Gestaltungsoptionen. Im Nürnberger Land liegt die kleine Gemeinde Offenhausen. Dort gibt es seit 2013 eine Genossenschaft, die insgesamt vier Windräder betreibt.

Spannend daran ist, dass die Genossenschaft die Windräder selbst betreibt. Wie der zweite Vorstand Dieter Stephan erläuterte, ging es von Anfang an darum, die Wertschöpfung und auch die Entscheidungen bei den Menschen und der Gemeinde vor Ort zu lassen und sich nicht in die Abhängigkeit von einem fremden Investor zu begeben. Dabei ist es den Beteiligten gelungen, insgesamt 3 Mio EUR vor Ort an Eigenmitteln einzuwerben, auch die Gemeinde selbst hat in das Vorhaben investiert. Der weitere Finanzbedarf wurde mit Fremdmitteln, also Krediten gedeckt.

Finanziell funktioniert das Ganze. Innerhalb von 20 Jahren werden, so der aktuelle Stand nach mehr als der Hälfte der Laufzeit, alle Einlagen zurückgezahlt. Hinzu kommt eine Verzinsung, deren Höhe schwankt, die aber regelmäßig und meist deutlich über dem Zinssatz für Tagesgelder liegt. Die Grundstückseigentümer, deren Grundstücke betroffen sind, bekommen ebenfalls ihren Anteil. Ein wenig mehr für diejenigen, deren Grundstücke mit den Windrädern bebaut sind, die, deren Grundstücke lediglich den Schlagschatten abbekommen, erhalten etwas weniger.

Die Gemeinde profitiert mehrfach. Zum einen ist sie Genosse, also Anteilseigner und erhält ihren Anteil an der Rendite, zum anderen durch die Gemeindebeteiligung von 0,2 Cent pro erzeugter Kilowattstunde nach dem EEG und schließlich durch die Gewerbesteuer, die der Betreiber vor Ort abführt.

Ökologisch sind die Windräder vielleicht nicht perfekt, die Bodenversiegelung für den Standort ist einfach da, dieser ist im Vergleich zu anderen Energiequellen jedoch eher gering. Außerdem erläuterte einer der Mühlenwärter, also der Menschen, die sich um die Windräder kümmern, dass er bislang in all den Jahren noch keinen toten Vogel vor der Anlage gefunden hat. Vor Ort konnten die Besucher tatsächlich Vögel beobachtet werden, die spielerisch die Auf- und Abwinde um die Anlage nutzten.

Eigentlich ist dies genau das Modell, das wir uns für das Windenergievorranggebiet zwischen Wendelstein und Schwanstetten wünschen, fasste Marktgemeinderat Martin Mändl am Ende die Erkenntnisse zusammen. Gerade in Zeiten im kleiner werdender Haushaltsspielräume lohnt es sich, in die Zukunft zu investieren und die Gemeinde an der Energiewende teilhaben zu lassen.

Weil wir hier leben

 

Florian Stoevesandt

Martin Mändl

beide BÜNDNIS90/DIEGRÜNEN

 

Von: Martin Mändl (Fraktionssprecher BÜNDNIS90/DIEGRÜNEN im Marktgemeinderat Wendelstein), Mittwoch, 18. Juni 2025
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »Bündnis 90 / Die Grünen - Ortsverband Wendelstein« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/gruene-wendelstein

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