Wir berichten wie gewohnt aus dem Marktgemeinderat und seinen Ausschüssen.
Wendelstein - 11. Dezember 2025 Marktgemeinderat
Am 11. Dezember 2025 tagte der Marktgemeinderat
Zunächst ging es um die Zulässigkeit des zweiten Bürgerbegehrens „Ja zum Schutz der Gesundheit und der Erholungslandschaft zwischen Großschwarzenlohe, Raubersried und Leerstetten“. Der erste Anlauf der BI war aus formalen Gründen gescheitert. Nun erläuterte die Vertreterin der Bürgerinitiative die Kernpunkte ihres Bürgerbegehrens, für das die BI etwa 1.400 gültige Stimmen gesammelt hatte. Es war die Rede von Beharrlichkeit und sorgfältige Prüfung, zielstrebigem Arbeiten und fundiertem Wissen. Nicht erwähnt wurde, dass das Bürgerbegehren die Windräder nicht stoppen wird, sondern nur dazu führen kann, dass der Windpark den Investoren überlassen wird. Ob die Windräder kommen, kann die Gemeinde nicht entscheiden.
Allein die Eigentümer der Flächen haben es in der Hand, ob sie ihr Land gar nicht, an die Gemeinde oder an Investoren verpachten möchten.
Am Ende beschloss der Rat einstimmig und gestützt auf die Ansicht des Gemeindejuristen, dass das Bürgerbegehren zulässig ist. Im neuen Jahr werden also die Wendelsteiner Bürger wohl darüber abstimmen, ob sich die Gemeinde Wendelstein an den Windkrafträdern beteiligen darf.
Für uns Grüne ist das schwierig. Einerseits setzen wir uns für Bürgerbeteiligung ein und freuen uns, wenn die Bürger mitentscheiden. Auf der anderen Seite tut es uns in der Seele weh, wenn die Gemeinde sich nicht an zwei Windrädern beteiligen darf, ein Investor aber schon.
Als nächstes beschlossen die Marktgemeinderäte, Lehrerdienstgeräte für Lehrerinnen und Lehrer an Wendelsteiner Schulen anzuschaffen, genauer Tablets, mit denen die Lehrer den Unterricht vorbereiten, die Whiteboards bedienen und vieles mehr.
Neues gibt es vom Ersatzneubau der P 53 Hochspannungsleitung. Der Trassenverlauf verläuft zukünftig nicht mehr mitten durch den Ort Wendelstein, sondern hält überall ausreichend Abstand zur Wohnbebauung. Dafür gilt unser Dank allen Aktiven wie Stefan Pieger vom Bund Naturschutz oder Martin Mändl, der als Jurist die verschiedensten Einwendungen begleitet hat.
Offen bleibt noch, wie nah die Trasse an die Autobahn A 6 heranrückt. Je weiter sie im Wald steht, desto größer der Eingriff in die Natur. Unschön ist auch der noch geplante Bogen um das Nürnberger Südkreuz. Jede Richtungsänderung der Trasse verdoppelt die Flächenversiegelung aufgrund der zusätzlich nötigen Abspannmasten. Daher hat auch die Gemeinde Wendelstein, unterstützt von den Herren Pieger und Mändl, Einwendungen gegen den Trassenverlauf erhoben. Ziel ist es, die Leitungsführung möglichst umweltverträglich zu gestalten und nah an die Autobahn zu bringen. Auch setzt sich die Gemeinde Wendelstein dafür ein, dass die umweltrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen vor Ort und nicht sonst wo erfolgen.
Weil wir hier leben.
Carolin Töllner, Kreis- und Marktgemeinderätin Martin Mändl, Marktgemeinderat Beide Fraktionssprecher im Marktgemeinderat
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