Wir berichten wie gewohnt aus dem Marktgemeinderat und seinen Ausschüssen
Wendelstein - 29. Januar 2026 Gemeinderat, 5. Februar 2026 BUNA,
Am 29. Januar 2026 tagte der Marktgemeinderat.
Beschlossen wurde der Anbau an das Feuerwehrhaus Röthenbach. Dieses war im Jahr 2019 fertiggestellt worden, jedoch waren die Umkleideräume deutlich zu klein dimensioniert, insbesondere ohne die sogenannte Schwarz/Weiß Trennung. Ein Planungsbüro hatte daraufhin Vorschläge für einen Anbau erstellt. Die Kosten von deutlich über 750.000,- EUR zuzüglich der Planungskosten erschienen vielen Mitgliedern des Rates jedoch als zu hoch. Die von den Räten initiierte Einsparrunde brachte allerdings keine nennenswerten Ergebnisse. Angeblich kann der Anbau nicht kostengünstiger umgesetzt werden. Entsprechend beschloss der Rat jetzt den teuren Anbau. Der Entwurf soll zeitnah beim Landratsamt zur Genehmigung eingereicht werden. Ziel ist es, Anfang 2027 mit den Bauarbeiten zu beginnen.
Für künftige Bauvorhaben – und es stehen weitere Baumaßnahmen an verschiedenen Feuerwehrhäusern im Gemeindegebiet an, wird die Aufgabe darin bestehen, derartige Fehlplanungen zu vermeiden.
Als nächstes beschloss der Rat über die Bürgerentscheide zur Nutzung der Windenergie zwischen Wendelstein und Schwanstetten. Am 1. März wird es dazu einen Bürgerentscheid geben. Zur Abstimmung kommen einerseits die Frage der Bürgerinitiative, andererseits eine Frage des Gemeinderates sowie eine Stichfrage.
Hintergrund dieses Vorgehens ist, dass die von der BI gestellte Frage „Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Wendestein es unterlässt, sich auf jedwede Art am Bau und Betrieb von Windkraftanlagen in ihrem Gemeindegebiet zu beteiligen oder den Bau oder Betrieb solcher Anlagen in sonstiger Weise zu fördern oder zu ermöglichen, soweit dies rechtlich zulässig ist?“ (Bürgerbegehren), die in Schwanstetten bereits mit deutlicher Mehrheit abgelehnt wurde, von vielen als schwer verständlich empfunden wird.
Der Wendelsteiner Gemeinderat hat in der Sitzung den einstimmigen Beschluss gefasst, ein Ratsbegehren gegen das Bürgerbegehren zu stellen. Hier waren sich alle Räte – parteiübergreifend – einig.
Die Gemeinde stellt folgende Frage entgegen: „Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Wendelstein von ihrer rechtlichen Einflussmöglichkeit bei Windenergieanlagen Gebrauch macht und Beteiligungsmöglichkeiten ergebnisoffen prüft?“ (Ratsbegehren).
Die dritte Frage des Entscheides klärt, welche der beiden Fragen im Zweifel den Vorrang haben soll. Der Stimmzettel ist hier abgedruckt zu sehen. Wer also der Meinung ist, dass sich die Gemeinde beteiligen darf – nicht muss – stimmt wie angegeben.
Danach ging es um die Teilnahme am Förderaufruf „Sanierung kommunaler Sportstätten“ – gemeint ist die Errichtung eines Kunstrasenplatzes zur Fußball Nutzung. Der Bund hat hier einen Fördertopf eingerichtet, der maximal 45 % der Kosten übernimmt. Damit verbleiben nach konservativen Schätzungen über 400.000 EURO, die Verein und Gemeinde aufbringen müssen. Die aufwändige Pflege des Kunstrasens wird gar nicht gefördert. Carolin Töllner (Grüne) wies darauf hin, dass die Ökobilanz für Rasen und Kunstrasen schwierig ist. Sportrasen wird aufwändig und mit viel Wasserverbrauch spielbar gemacht, Kunstrasen erzeugt Mikroplastik und ist sehr pflegeintensiv und damit teuer im Unterhalt. Anderseits gehört die Schaffung von Sportstätten für den Breitensport zu dem Sinnvollsten, was Kommunalpolitik leisten kann. Entsprechend beschloss der Rat einstimmig, dass der Antrag gestellt wird. Sollte sich zeigen, dass Wendelstein Fördergelder bekommt, werden wir diskutieren, wie die Platznutzung zwischen den Sportvereinen aufgeteilt werden kann.
Im Weiteren berichtete der Kämmerer über die voraussichtlichen Ergebnisse des Haushalts 2025 – voraussichtlich deshalb, weil noch nicht alle Abschlussbuchungen erfolgt sind. Festzuhalten ist, dass der Haushalt sich besser entwickelt hat, als erwartet. Die Grundsteuereinnahmen sind, wie im Rahmen der Reform versprochen, fast gleichgeblieben, die Gewerbesteuereinnahmen liegen bei 19,17 Mio EURO statt veranschlagter 17,5 Mio EURO.
Dennoch hat die Gemeinde weitere 3,8 Mio EURO den Rücklagen entnommen und der Schuldenstand der Gemeinde liegt zum 1. Januar 2026 bei 5,7 Mio, statt 365 Tausend EURO zum 1. Januar 2025. Investitionen in die Infrastruktur der Gemeinde, in Straßen, Wohnraum und Gemeindehallen halten wir Grüne für wichtig. Es zeigt sich aber, dass die überdimensionierten Waldhallen ein Loch in die Gemeindefinanzen reißen. Hinzukommt, dass die Gemeinde Baumaßnahmen nach wie vor ohne Unterhaltskosten betrachtet und auch die Abnutzung der gemeindlichen Anlagen nicht erfasst wird. Martin Mändl wird hierzu nicht müde, nach der Lebenszyklusbetrachtung von Investitionen zu fragen. Auch einen Umstieg auf die deutlich aussagekräftigere doppelte Buchführung statt der bisherigen Kameralistik hatte er schon erfolglos vorgeschlagen. In Zeiten immer knapperer Haushaltsmittel wird es immer wichtiger, auf die sinnvolle Verwendung der gemeindlichen Mittel zu achten.
Am 5. Februar 2026 tagte der Bau- Umwelt- und Nachhaltigkeitsausschuss (BUNA)
Auf der Tagesordnung stand unter anderem zur Entscheidung, ob eine Wohneinheit in einem allgemeinen Wohngebiet zur gewerblichen Kurzzeitmiete (für Handwerker oder Touristen) umgewandelt werden darf. Da Wendelstein in einem Gebiet mit angespanntem Wohnraum liegt, war sich der Bauausschuss einig, dass Wohnungen zu Wohnzwecken erhalten bleiben und nicht einer wirtschaftlichen Nutzung zugeführt werden sollen. Somit wurde der Antrag einstimmig abgelehnt.
Zwei weitere Bauvoranfragen wurden gestellt mit der Intention zur Nachverdichtung. Beide Anfragesteller haben den Wunsch herangetragen, auf den jeweiligen Grundstücken, die bereits mit Einfamilienhäusern bebaut sind, weitere Häuser als Hinterlieger- oder Vorderliegerhäuser zu platzieren. Da bei beiden die Zugänglichkeit der Grundstücke nicht nachvollziehbar dargestellt wurde und die Häuser jeweils deutlich außerhalb der Baugrenzen platziert werden sollten, verweigerte auch hier der Ausschuss einstimmig das gemeindliche Einvernehmen.
Weil wir hier leben.
Carolin Töllner und Martin Mändl, beide Fraktionssprecher BÜNDNIS90/DIEGRÜNEN im Marktgemeinderat Wendelstein
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