Wir stellen vor: unser Herzensprojekt „Hospiz am Brombachsee“
Region - Als Hilfsorganisation und Wohlfahrtsverband begleiten wir die Familien im mittelfränkischen Süden durch fast alle Lebensstationen.
Besonders berührte uns aber die Anfrage, ob wir uns vorstellen könnten, uns auch im Bereich der Hospizbewegung zu engagieren. Ein stationäres Hospiz sollte die dringend benötigten Angebote für Menschen mit lebensbeendender Diagnose ergänzen. Kein einfaches Projekt – emotional nicht und finanziell erst recht nicht, denn der Gesetzgeber definiert Hospizarbeit als gesamtgesellschaftliche Aufgabe und deckt somit die Kosten für den Bau eines Hospizes nicht durch Zuschüsse ab und auch der laufende Betrieb muss zu einem bestimmten Teil über Spenden finanziert werden.
Wie soll das gehen? Wie kann sich eine Organisation die Entscheidung für ein solches Projekt überhaupt leisten?
Die Antwort ist hart, aber einfach: Alleine? Gar nicht!
Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – hat uns dieses Thema und diese Anfrage nicht mehr losgelassen. Wie können wir als Rotes Kreuz dazu beitragen, dass Menschen auf ihrem letzten Weg nicht alleine gelassen werden? „Es ist ja nicht so, dass nur hochbetagte Menschen ein Hospiz brauchen“, sagt Rainer Braun, Geschäftsführer des BRK Südfranken und man merkt ihm seine Betroffenheit deutlich an, als er über die Schicksale spricht, die junge Mütter oder Väter aus dem Leben reißen und welche Folgen dies für die Hinterbliebenen hat. „Es kann jede und jeden von uns treffen – jederzeit“, ergänzt er und betont, dass es gerade in unserer leistungsorientierten Gesellschaft eine moralische Verpflichtung gäbe, diejenigen nicht im Stich zu lassen, die schicksalhaft mit dem Tod konfrontiert sind. Es sei nicht legitim und erst recht nicht gerecht, den bevorstehenden Tod auch noch die Zeit bis zu dessen Eintreten so bestimmen zu lassen, dass diese nicht mehr selbstbestimmt, angstfrei und im Einklang mit sich selbst gelebt werden kann, so Braun und zitiert Cicely Saunders mit den Worten: „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben“.
„Die intensive Beschäftigung mit der Hospizbewegung und viele positive Gespräche mit den Akteuren der Region hat uns darin bestärkt: Wir wagen es, dieses Projekt zu organisieren, Netzwerke zu knüpfen und dieses wichtige Thema gemeinsam mit allen hier in der Region anzugehen“, sagt Rainer Braun und wünscht sich, dass es nicht nur das Herzensprojekt des BRK Südfranken, der Hospizvereine und Vertretern des Gesundheitssektors ist, sondern auch zu Ihrem Herzensprojekt wird.
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