Worzeldorfer Lebensmittelretter auf Mission in Nürnberg

Region - Gibt es bald eine weitere Ausgabestelle im Nürnberger Norden? Die Vereinsvorsitzenden Monika Simon-Deinlein und Theo Deinlein finden beim Referat im Rahmen der „Straßenkreuzer Uni“ weitere Unterstützer.

  • Theo Deinlein und Monika Simon-Deinlein haben durch ihren Vortrag in Nürnberg neue Ehrenamtliche motiviert.

    Theo Deinlein und Monika Simon-Deinlein haben durch ihren Vortrag in Nürnberg neue Ehrenamtliche motiviert.
    © Robert Schmitt

180 Besucher pro Woche, 120 Ehrenamtliche, drei Fahrzeuge. Das sind die Haupteckdaten des Worzeldorfer Vereins „Lebensmittelretten und Nachhaltigkeit“, der bislang fast 400 Tonnen Lebensmittel bei Einzel- und Großhandel eingesammelt und an Menschen im Nürnberger Süden verteilt hat. Nun hat eine Veranstaltung bei der „Straßenkreuzer-Uni“ dazu geführt, dass auch im Nürnberger Norden eine Ausgabestelle entstehen könnte.

Denn drei Zuhörer waren so begeistert vom Vortrag der beiden Vereinsvorsitzenden, dass sie sich spontan bereit erklärten, ehrenamtlich daran mitzuarbeiten. „Wir coachen Euch und liefern ein Konzept“, versprachen Monika Simon-Deinlein und Theo Deinlein. Die beiden Worzeldorfer haben gemeinsam mit anderen Mitgliedern des CSU-Ortsverbands die Idee des Lebensmittelrettens im Oktober 2018 aufgegriffen, umgesetzt und schließlich mit einem eigenen Verein zum heutigen Umfang geführt. 

Seine Mitglieder bewahren derzeit jede Woche 2,5 Tonnen Nahrungsmittel vor dem Abfall und verteilen das gerettete Essen kostenlos über zwei Ausgabestellen. „Am meisten können wir Backwaren sowie Obst und Gemüse anbieten.“  In Worzeldorf existiert sogar ein Begegnungscafé und eine Betreuungsmöglichkeit für Kinder. „Zu uns kommen viele Alleinerziehende und Rentner.“ Das Mutter-Sohn-Duo berichtete in den Räumen der Nürnberger Heilsarmee über sein Engagement und rief zur Nachahmung auf. „Unser Ziel ist, dass alle Lebensmittel optimal eingesetzt werden“, sagte Simon-Deinlein. Was an den Verteilungsstellen übrig bleibt, geht als Futter in die Landwirtschaft. 

Theo Deinlein betonte, dass der Verein sich als Ansprechpartner für alle verstehe. „Jeder ist bei uns willkommen und wir treffen uns auf Augenhöhe, denn wir wollen auch einen demokratischen Prozess gestallten, damit niemand ausgeschlossen wird“, hob er hervor. „Jeder muss essen und Interesse daran haben, dass wir den Planeten erhalten.“ Schließlich landen jährlich in Deutschland knapp elf Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Rund zwei Drittel davon in privaten Haushalten. Ein Fünftel wird in der Verarbeitung und im Handel entsorgt. „Hier wollen wir ansetzen, denn das ist eine enorme Verschwendung von Ressourcen“, sagt Theo Deinlein. Deshalb wolle man auch politisch Initiative ergreifen, um eine gesetzliche Regelung zu erreichen, wie es sie in Frankreich und Dänemark bereits gibt. Dort dürfen Supermärkte keine Lebensmittel wegwerfen, sondern müssen sie an Tafeln und Organisationen wie die Worzeldorfer Lebensmittelretter weitergeben.

Von: Robert Schmitt meier Redaktion, Freitag, 21. November 2025
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