Zehn Jahre Lesezeichen Buch & Caffè: Ausverkaufte Lesung in Schwabach
Schwabach - Zum zehnjährigen Jubiläum der Buchhandlung Lesezeichen Buch & Caffè in Schwabach war die Autorin Susa Bartel am 25. April zu einer Büchervorlesung eingeladen – und der Abend war ausverkauft.
Schon im Vorfeld zeigte sich das große Interesse: Die Plätze waren schnell vergeben, viele Gäste hatten sich den Termin frühzeitig gesichert.
Bereits vor Beginn füllte sich der Raum, es wurde enger, Stühle wurden herangerückt, vereinzelt blieben Besucherinnen und Besucher stehen. Gespräche erfüllten den Raum, bekannte Gesichter begrüßten sich, Gläser mit Weißwein, Weißweinschorlen und Aperol Spritz wurden gereicht. Die Atmosphäre war lebendig, offen, fast schon erwartungsvoll. Mit Beginn der Lesung änderte sich die Stimmung spürbar. Die Gespräche verstummten nach und nach, Blicke richteten sich nach vorn. Es entstand eine ruhige, konzentrierte Aufmerksamkeit, die den Raum bestimmte.
Die Autorin las aus ihrem Roman „Und das Glück duftet nach Wolken und Meer“ – still und ohne große Inszenierung. Gerade diese Zurückhaltung ließ die Worte wirken. Es brauchte keine Bühne, keine Dramaturgie: Der Text stand im Mittelpunkt. Die Zuhörerinnen und Zuhörer folgten aufmerksam, es war still – eine Stille, die nicht leer war, sondern getragen. Zwischen den gelesenen Passagen entstanden kurze Pausen, in denen das Gehörte nachwirken konnte. Manche nickten leicht, andere hielten den Blick nach vorn gerichtet, wieder andere schienen gedanklich noch bei den letzten Sätzen zu bleiben. Die Geschichte entwickelte sich leise, aber eindringlich, ohne laut zu werden.
Hin und wieder hob die Autorin den Blick vom Text, als würde sie kurz prüfen, ob der Raum noch bei ihr war. Niemand griff zum Glas, niemand bewegte sich. Ein leises Umblättern war zu hören, sonst kaum etwas. Die Aufmerksamkeit blieb, ohne eingefordert zu werden. Und gerade darin lag die besondere Spannung dieses Abends. Im Laufe des Abends entstand eine besondere Nähe zwischen Autorin und Publikum. Die Lesung wirkte nicht distanziert, sondern unmittelbar. Es war kein großes Event, sondern eher ein gemeinsamer Moment – konzentriert, ruhig, fast persönlich. Nach dem letzten Abschnitt löste sich die Stille langsam. Zunächst vorsichtig, dann deutlicher setzten Gespräche ein. Viele Gäste blieben, suchten den Austausch, stellten Fragen oder ließen sich ein Buch signieren. Es wurde wieder lebendiger, doch die Atmosphäre des Vortrags war noch präsent.
Die Veranstaltung zeigte, dass es nicht viel braucht, um Literatur erlebbar zu machen: ein Raum, Aufmerksamkeit und Zeit. Gerade im kleineren Rahmen entsteht oft das, was größere Veranstaltungen nicht leisten können – Nähe und Konzentration. Solche Veranstaltungen machen deutlich, welchen Stellenwert Kultur im lokalen Raum hat – auch wenn sie in der öffentlichen Wahrnehmung oft zu wenig Beachtung findet.
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