Zukunftsfähige Technik für den Sitzungssaal
Roth - Der Rother Markgrafensaal braucht neue Technik für moderne Gremienarbeit. Digitalisierungsbeauftragte Petra Albers stellt ein abgestimmtes Gesamtkonzept vor, dem sich der Stadtrat einstimmig angeschlossen hat. Seine Umsetzung wird 335 000 Euro kosten.
Der Markgrafensaal im Schloss Ratibor ist bereits seit den 1970er Jahren der reguläre Sitzungsort des Rother Stadtrats. Vor fast 17 Jahren ist der Saal technisch so instandbesetzt worden, dass dort moderne Gremienarbeit unter Beteiligung der Öffentlichkeit möglich ist. Nun muss er technisch neu ausgestattet werden. Der Stadtrat hat beschlossen, dafür 335 000 Euro auszugeben. Wenn alles reibungslos klappt, könnte diese Überarbeitung bereits Ende August fertig sein, erklärte Digitalisierungsbeauftragte Petra Albers auf Nachfrage.
Sie hat im Stadtrat dargelegt, dass die gegenwärtige Medien- und Haustechnik zunehmend nicht mehr die Anforderungen erfülle. „Die Systeme sind teilweise störanfällig, schwer zu bedienen und nur begrenzt für hybride oder digitale Sitzungsformate geeignet“, fasste Albers zusammen. Als allgemeine Ziele der Neuausstattung beschrieb die Diplom-Informatikerin eine intuitive Bedienung, flexible Raumnutzung sowie Zukunftsfähigkeit und Erweiterbarkeit. „Ebenso wird WLAN Standard werden, um von den Kabeln wegzukommen.“
Damit soll es künftig ohne Probleme möglich werden, dass Stadtratsmitglieder mit Stimm- und Rederecht an Sitzungen per Videokonferenz teilnehmen. Auch eine Streamingübertragung für die Öffentlichkeit wäre dann möglich. Beides lässt die Bayerische Gemeindeordnung zu und ist in der Geschäftsordnung des Rother Stadtrats bereits geregelt.
Ferner sollen eine verlässliche Redner- und Sprachführung im Sitzungsgeschehen sowie funktionale Arbeitsplätze für die Sitzungsleitung entstehen. „Ziel ist nicht die isolierte Erneuerung einzelner Komponenten“, erklärte Albers, „sondern ein abgestimmtes Gesamtkonzept.“
Eines der größten Probleme bei Technik für Sitzungssäle ist die gleichwertige Darstellung von Präsentationen und Informationen, so dass sie zur selben Zeit sowohl vom Gremium als auch von der Leitungsebene wahrgenommenen werden können. Schließlich sitzen sich die beiden Teile des Stadtrats mit unterschiedlicher Blickrichtung gegenüber. Klingt banal, ist bei ausgedehnten Experten- oder Mitarbeiterreferaten aber durchaus bedeutend. Das wird nun entscheidend verändert.
So werden der Tischmonitore des Präsidiums entfernt. Stattdessen ist vorgesehen, die Anzeige der Sitzungsinhalte über drei fest in den Raum zwischen Gremiumsmitgliedern und Präsidium integrierte Monitore zu realisieren. Zweitens wird die Präsentation für das Gremium verändert. Drei LED-Wände hinter der Sitzungsleitung sollen die beiden Beamer samt Leinwänden ersetzen. So soll eine gute Verfügbarkeit vorgetragener Informationen für Stadtratsmitglieder samt Vorsitz und Öffentlichkeit sowie die Sichtbarkeit hybrid teilnehmender Stadtratsmitglieder oder Experten sichergestellt werden.
Mit Blick auf die Software der neuen Technik mahnte Stadtratsmitglied Joachim Holz (Grüne) an, sich nicht zu sehr von US-Firmen abhängig zu machen. „Wir sollten auch andere Rechner und eine andere Plattform im Focus behalten“, so Holz.
