Zur dritten Auslegung des Flächennutzungsplanes in Wendelstein

Wendelstein - Die Gemeinde Wendelstein ist angetreten, einen Flächennutzungsplan zu schaffen, der die Ortsentwicklung für die nächsten 30 Jahre regeln soll. Mittlerweile ist dieser, von der Öffentlichkeit fast unbemerkt, das dritte Mal ausgelegt worden. Gegenstand der Auslegung sollen nur noch rote Änderungen in den Unterlagen sein – so der Beschluss. Tatsächlich finden sich in einem Dokument aus einer Liste von 20 Dokumenten, welches immerhin 132 Seiten umfasst, etwa ein Dutzend rot gekennzeichnete Änderungen. Übersichtlichkeit geht anders, aber vielleicht sind Einwendungen auch nicht gewollt.

  • Martin Mändl

    Martin Mändl
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Geändert haben sich Details der Begründung und die Bestimmung einer einzelnen Fläche.

Planerisch gibt es nun doch eine Neuerung: In Großschwarzenlohe war das überschaubare Gelände mit 0,37 ha zwischen Mittelweg und Grundschule für die Erweiterung der bestehenden Schule und/oder des Kindergartens geplant. Dieses Gelände hat die Mehrheit im Gemeinderat (gegen die Stimmen der Grünen und 4 weiteren Gegenstimmen) nun auf 0,24 ha reduziert, der Rest der Fläche entlang der Fichtenstraße ist neuerdings für Wohnbebauung vorgesehen. Zwei Einfamilienhäuser für die Familie des Grundstückseigentümers sollen dort Platz finden.

Das Ergebnis verwundert aus zwei Gründen. Zum einen müssen sowohl der Kindergarten, als auch die Grundschule erweitert werden, wenn auf dem ehemaligen Hörnlein Areal 99 familienfreundliche Reihenhäuser errichtet werden. Dafür wird die Fläche nun keinesfalls reichen – es sei denn, wir bauen vier- oder fünfstöckig. Zum anderen ist nicht nachvollziehbar, warum ausgerechnet an dieser Stelle statt einer notwendigen Kindergartenerweiterung zwei freistehende Einfamilienhäuser ihren Platz finden sollen. Städtebaulich ist das kaum vertretbar. Es entstehen Häuser direkt am offenen Feld – dies weckt neue Begehrlichkeiten, der Wunsch nach Ausdehnung der Bebauung auf das angrenzende Feld ist vorprogrammiert. Parallel dazu hat das beauftragte Planungsbüro immer wieder ausgeführt, dass es sich bei dieser Fläche, fast direkt am Bach gelegen, um keine geeignete Wohnbaufläche handelt.

Nicht geändert hat sich, dass der Flächennutzungsplan ohne Verkehrskonzept, ohne Planung der Flächen für die Feuerwehren in Groß- und Kleinschwarzenlohe und ohne Planung für den Neubau der Waldhalle verabschiedet werden soll. Auch die Bedarfsplanungen für Kindergärten und Schulen finden keine Berücksichtigung.

Zukunftsorientierte, durchdachte Planung mag anstrengend sein - wenn für die nächsten 30 Jahre geplant werden soll, sollte man sich die Mühe vielleicht machen.

 

Martin Mändl

Von: Martin Mändl, Sonntag, 20. Oktober 2019 - Aktualisiert am Mittwoch, 23. Oktober 2019

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