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So., 09.02.25     16:30 Uhr

Dichtercafé: IN WOLFSZEITEN

Yascha Finn Nolting liest Texte von Ossip Mandelstam - dazu erklingen die beiden Klaviertrios von Dmitri Schostakowitsch

Ort: Tafelhalle, Äußere Sulzbacher Straße, Nürnberg-Ost, Deutschland
  • © Olga von Luckwald

Text: Ossip Mandelstam
Musik: Dmitri Schostakowitsch Klaviertrio Nr.1 c-Moll, op. 8 & Klaviertrio Nr.2  e-Moll op.67

Geboren 1891 in Warschau, wuchs Ossip Mandelstam in St. Petersburg auf. Sein jüdisches Erbe prägte ihn ebenso wie die christliche Kultur. Noch vor der Oktoberrevolution veröffentlichte er einen ersten Lyrik-Band. Die bolschewistische Revolution ließ den 26-Jährigen „das Joch der Macht und die Last, die uns zu Boden schlägt,“ frühzeitig erahnen. Immer kühner werden seine Gedichte, konträr zu den ideologischen Vorschriften der Sowjetliteratur. 1933 schreibt er ein Gedicht gegen Stalin, den „Verderber der Seelen und Bauernabschlächter“. Es folgten Verbannung und Arbeitslager, wo er 1938 halb verhungert und herzkrank stirbt. Seine Frau Nadeschda und Freunde des Dichters bewahrten viele der Gedichte, teils durch Auswendiglernen der noch nicht veröffentlichen Texte

Schostakowitsch erlebte im zweiten Weltkrieg nicht nur die grauenvolle Belagerung seiner Heimatstadt St. Petersburg (damals Leningrad), er verlor auch viele Freunde, darunter der Musikwissenschaftler Iwan Sollertinski, dem er sein zweites Klaviertrio op.67 widmete. Es beginnt mit einem Trauerthema im Cello und errichtet vor allem im dritten langsamen Satz ein ergreifendes Trauermonument in Form einer Passacaglia – tief bewegend schon am Satzbeginn die Folge schwerer Akkorde des Klaviers, über dessen Ostinato dann die klagenden Phrasen der Streicher erklingen. „Das wahrscheinlich Allertragischte im Schaffen Schostakowitschs“ ­–­ und doch gleichzeitig wunderbare unvergessliche Musik!
Wie meist bei Schostakowitsch sind auch in diesem Klaviertrio die Sätze extrem unterschiedlich: rustikal auftrumpfend der finster-ironische zweite Satz, und am Ende ein Finalsatz, der tänzerisch beginnt, sich dann aber zu hemmungsloser Raserei steigert – mit einer Wiederkehr der Trauerthemen kurz vor dem Ende.
Trauer über Tod und Zerstörung, die prekäre Situation des Komponisten unter Stalins Gewaltherrschaft, und nicht zuletzt der grimmige Blick des Komponisten auf die Welt – das alles in große Musik gegossen. Kein Wunder, dass das Werk von Anfang an ein Erfolg war.

Yascha Finn Nolting gehört seit der Spielzeit 2018/19 zum Ensemble des Staatstheaters Nürnberg. Außerdem betätigt er sich in Lesungen und Hörspielproduktionen, als Synchron-Sprecher, sowie als Liedermacher. 

Tickets gibt es unter: www.tafelhalle.de oder www.ensemblekontraste.de

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