Kärwa is in Katzwang
Katzwang, Kärwa, Kräich vull Bier
Jawohl, liebe Leut! Es ist wieder soweit. Wir haben den Rummel im Dorf. Und wenn das Wetter so bleibt, dann bei allerbestem Kaiserwetter. Okay, zum Redaktionsschluss ist es bei 36°C zwar schon etwas warm, aber bei den Temperaturen hatten wir früher Bundesjugendspiele und die sogar überlebt. Ohne Trinkpausen. Wenn aber immer alle wegen der Hitze jammern, dann brauchen wir sowas wie Sommer halt nicht mehr machen. Aber wie der Kaiser schon sagte: „Jetzt schau'n wir mal und sehen wir schon.“ Vielleicht kommen die Temperaturen noch etwas runter. Bis zum 06. August geht ja noch viel Wasser die Rednitz runter.
Jetzt müsste der Aufschrei kommen und der geneigte Leser würde mir unterstellen, dass ich nicht weiß, wann der Kärwafreitag wäre, aber aufgepasst und hergehorcht, jetzt wird es spannend. Letztes Jahr am Kärwadienstag, die Würzbuam hatten noch nicht angefangen zu spielen, da gab es in den Reihen der Kärwaboum und Madli aus Katzwang den ersten Einschlag, der ähnlich wie der in Yucatan immense Veränderungen einläuten sollte.
Die Kerstin und der Sebastian Kaseder haben sich mit Ablauf des Tages in den Ruhestand verabschiedet und damit ging zeitgleich das Zepter des aktiven Dienstältesten an mich über. Der Kess und dem Kasi, möchten wir für jahrelange Treue und unschätzbare Dienste danken. Es ist in Worten nicht zu fassen, was die beiden in jeweils über 30 Jahren für die KWB (Katzwanger Kärwaboum und Madli) gerissen haben. Und eigentlich ist es mir aktuell dafür auch zu heiß.
Die Laudatio darf gerne unser Oberkärwabou Manuel Hofmann im engen Kreise des Vereins halten. Hier habt ihr auch richtig verstanden. Unser ehemaliges zweites Oberhaupt wurde Anfang des Jahres an unsere Spitze gewählt und ihm der Fabian Buth als rechte Hand an die Seite gestellt. Den beiden wünschen wir viel Glück, Erfolg und Fingerspitzengefühl beim Lenken der Geschicke des Vereins. In diesem Sinne geht ein weiterer dicker, fetter Dank an den Sebastian Winnerlein. Der hat das die letzten Jahre in seinem Amt als unser Chef richtig ordentlich gemacht und eine äußerst patente Truppe herangezogen.
Wohl dem Wissen, dass die jungen Bürschli auf eigenen Beinen stehen können, habe ich mich selbst erdreistet, das frisch verliehene Zepter weiterzureichen und ebenfalls in den Ruhestand zu gehen. Es war für mich seit 2002 immer eine Freude, bei den Katzwanger Kärwaboum und Madli wirken zu dürfen. Auf jede Erfahrung schaue ich teils stolz, teils kopfschüttelnd zurück, möchte aber keinen Tag missen. An dieser Stelle bedanke ich mich speziell beim Fiisch, beim Olli Schmidt, Markus Staufer, Michel Peilnsteiner und dem Sebbo, die mich in ihrem Amt als Oberkärwaboum geprägt und geduldet haben.
Soviel zuerst zu unserem personellen Beben. Organisatorisch sieht das mindestens genauso bewegt aus. Wie anfangs schon angerissen, beginnt die Kärwa in Katzwang heuer schon am Donnerstag 06. August 2026. Hier wird's im Bierzelt auf dem Festplatz an der Hugo-Wolf-Straße und Ecke Neuseserstraße um 19 Uhr laut. Katzwang startet heuer in die fünfte Jahreszeit mit einer Malleparty. Wir haben „DJ BIG WIRE“ in da House und unseren Festwirt Christian Gruber am Ausschank und in der Bar. Hatten wir so auch noch nicht, kann aber durchaus lustig werden.
Freitag, 07. August, da geht es wieder seine geordneten Gänge. Um 18 Uhr stellen unsere Kärwakinder auf der Wiese vor dem Festplatz ihren Kinderkärwabaum auf und freuen sich wieder auf rege Unterstützung eurerseits. Wenn ihr dann eh schon da seid, dann dürft ihr gerne ein paar Meter weiter hinterwackeln, denn um 19 Uhr geben sich im Zelt die „Wittmann's Buam“ die Ehre und begleiten uns musikalisch durch den Abend. Zwischendrin schneit noch der zweite Nürnberger Bürgermeister, Andreas Krieglstein, vorbei und zelebriert um halb acht den obligatorischen Bieranstich.
Am Kärwasamstag, da hat auch keiner dran gerüttelt, der bleibt wie er ist. In der Früh geht's in den Wald. Baum holen, verstecken, etwas putzen und um 16:30 aufstellen. Man weiß wo. Im Vorfeld beginnt dazu um 13 Uhr unser großer Umzug entlang der Katzwanger Hauptstraße. Im Handgepäck haben wir Trecker und Schlepper und Bulldogs, das Deutsche Museum wäre bald neidisch. Sucht euch einfach ein lauschiges Plätzchen in einem der angeschlossenen Wirtshäuser, wir halten überall für ein paar Minuten und dann können wir fachsimpeln. Wenn der neue Kärwabaum steht und die Fotos für das Kaminzimmer geschossen sind, geht es im Schweinsgalopp ins Bierzelt. Die „Rothsee Musikanten“ scharren mit den Hufen und fangen pünktlichst um 19 Uhr mit ihrem Repertoire an.
Sonntag, 09. August! Sautrogrennen. Ich wüsste nicht, was ich hier noch zu schreiben hätte. Eine feste Institution im Dorf seit 1994. Wer das noch nicht erlebt hat, der ist entweder wenig gesellschaftsfähig oder ziemlich Spaßresistent. Jedenfalls, ihr habt etwas verpasst. Auch heuer wieder, am Parkplatz vor der Wehrkirche an der Rennmühlstraße, beginnen wir den Tag um 10 Uhr mit dem Frischluftgottesdienst. Nahtlos geht es um 11 Uhr in den Frühschoppen über und hier wird gereicht: Weißwürste, Wienerli, Breddsn und Weggli, nebst Kaffee und Kuchen. Herzhaftes, wie Leberkäse und Stadtwurst gibt es dann im Laufe des späten Vormittags, wenn wir uns auf unser Hauptevent zubewegen.
Start Sautrogrennen ist um 14 Uhr. Es wurden unter der Feder vom Altkärwabou Markus Staufer zwei niegelnagelneue Sautröge zusammengezimmert, die Geschwindigkeit eines städtischen Mitarbeiters kurz vor Feierabend hochgeschraubt, vom Marineamt für Binnenspaßangelegenheit bis zu 4,55 Tonnen Sufflast zugelassen und auf Korrektheit für eine Tauchtiefe auf 6 Fuß Unterkante Kiel zertifiziert. Wer dem Rekordhalter Gonzo und Ralph den nächsten Sieg streitig machen möchte, der meldet sich bitte zeitig am Pumpenhäuschen an und schmeißt auf freiwilliger Basis einen gewissen Obulus in die Spendenkasse, die, wie jedes Jahr einem wohltätigen Zweck zugutekommt.
Außer Handtuch, wasserfestem Schuhwerk und gegebenenfalls einer originellen Verkleidung braucht es nicht mehr. Im Laufe des Nachmittags wird nach der Siegerehrung noch der Kärwabaum 2025 versteigert und wenn gegen 18 Uhr der ganze Spaß zurückgebaut wird, bitten wir alle Unbeteiligten, sich im Festzelt einzufinden und ab 19 Uhr, bis die schuftende Truppe vom Manu dazu stößt, mit den „Gaudi Profis“ zu feiern.
Kärwamontag, der 10. August, die Pflicht wurde erfüllt, jetzt kommt die Kür. Die Katzwanger Kärwaboum und Madli setzen sich irgendwo zusammen und lassen den Herrgott einen guten Mann sein. Wir lassen all die Arbeitsdienste im Vorfeld sacken, beweihräuchern uns im Angesicht dessen, was in den letzten Tagen geleistet wurde, selbst und genießen das kleine freie Loch im Dienstplan. Eben dieser ruft uns um 17 Uhr 30 beim Tag der Vereine und um 19 Uhr, wenn „KZWOA“ die Bühne im Zelt erobern, wieder in die Pflicht.
11. August! Kärwadienstag ... fällt aus. Ja, wirklich! Die Kärwa in Katzwang hat ihren Dienstag, zugunsten des Kärwadonnerstags, vorerst verloren. Auch für uns ein absolut fremdes und noch surreales Gefühl. Ich selbst, mit meinen zarten 46 Jahren, kannte den Kärwadienstag schon, da habe ich noch Buntstifte sortiert. Aber jetzt kaufen wir uns ein Fernglas und dann sehen wir weiter.
Wir begrüßen heuer also den Kärwadonnerstag und verabschieden uns erstmal vom Dienstag. Am Ende der Kärwa 2026 hoffen der Manu Hofmann, der Fabian Buth und der Rest der Mannschaft, dass die Katzwanger Kärwa 2026 eine friedliche und lustige war. Bei gemäßigtem Kaiserwetter, ohne Streit und Scherereien. Wir würden uns freuen, wenn ihr dem neuen Konzept eine Chance gebt.
Wie jedes Jahr bedanken wir uns bei all den zahllosen Namen und Gesichtern, die im Hintergrund wirken. Unsere Landwirte, Freunde, Gönner, der Freiwilligen Feuerwehr Nürnberg-Katzwang, die heuer mit ihrem 150-jährigen Jubiläum und Einzug ins neue Spritzenhäusler eigentlich genug anderes um die Ohren hat, den Altkärwaboum, meiner lieben Frau Mutter, die mir die Texte immer so schön korrigiert. Danke an unsere Partnerinnen und Partner, die uns den Rücken stärken und uns die Zeit geben, fast eine Woche unser Herzblut zwischen Festplatz und Parkplatz Wehrkirche zu vergießen. Ihr alle seid mehr oder weniger ein Teil dieser Gemeinschaft.
Und nachdem heuer ja nun nichts mehr eigentlich so richtig ist, wie es all die Jahre vorher war, verschieben sich logischerweise im Vorfeld so einige weitere fixe Termine.
Unser vereinsinternes Warm-up findet jetzt am Mittwoch statt und hier ist uns dankenswerterweise die Zimmerstutzen-Schützengesellschaft entgegengekommen. Die haben extra dafür ihr jährliches öffentliches Kärwapokalschießen auf den Dienstag, 04. August verlegt. Der erste Schuss an der Helmut-Bloß-Straße 4 bricht um 17:30 Uhr. Näheres entnehmt ihr bitte der Vereinshomepage www.ZSSG-Katzwang.de (einfach auf den Link klicken).
Unsere letzte Versammlung vor der Kärwa halten wir am Freitag, 31. Juli, um 18 Uhr im Gasthof Schmidt, gleich neben Katzwangs Lieblingsbaustelle, an der Wehrkirche, Rennmühlstraße 7. Hier hat der Kurzentschlossene wieder die Möglichkeit, hinter die Kulissen zu blicken und vielleicht noch spontan in den elitären Kreis der KWB aufgenommen zu werden.
Mit dem Ausscheiden unseres Altkappos Sebastian „Sebbo“ Winnerlein, den Kasis und meiner Wenigkeit, hat sich ein gewisses Ungleichgewicht in der Mitgliederliste aufgetan.
Ein noch viel größeres Loch hat der Christian Kautz hinterlassen. Im Januar mussten wir erfahren, dass er uns viel zu früh für immer verlassen hat. Seine Gesellschaft, sein wunderbarer trockener Humor und seine Trommel, die er in unserer Haus- und Hofkapelle spielte, fehlen gewaltig. Wir wünschen seiner Familie nochmals viel Kraft, Mut und Zuversicht. Kautzi wird immer einen festen Platz in unserer Mitte haben.
Hiermit hätte ich meinen diesjährigen Ausführungen nichts mehr hinzuzufügen, und wenn doch, dann kommt mir das erst immer Wochen später. Somit schließe ich im Namen aller Katzwanger Kärwaboum und Maldi, wie immer:
Kärwa, Kärwa, Kärwa! Lou net nouch!
Ingo Schwarz, KWB-Vereinschreiberling
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