Meisterkonzert in Schwabach
Pianist Daniel Heide und Andreas Willwohl mit der Bratsche kommen zum "Gipfeltreffen" ins Bürgerhaus. Auf dem Programm stehen Kompositionen von Franz Schubert, Rebecca Clarke und Dimitri Schostakowitsch. Meisterkonzert am 22. November 19.30 Uhr im Schwabacher Bürgerhaus. Eintritt 25,- Euro. Schüler und Studenten 5,- Euro. Kartenvorverkauf: Buchhandlung „Lesezeichen“ in Schwabach oder per Mail: info@schwabacher-meisterkonzerte.de
Glaubt man der eigenen Ankündigung des Vereins zur Förderung des kulturellen Lebens in Schwabach kommen am Samstag zwei „Giganten“ zum „Gipfeltreffen“ ins Bürgerhaus. Der Pianist Daniel Heide und Andreas Willwohl mit der Viola werden in der Reihe „Schwabacher Meisterkonzert“ eher nicht so bekannte, weil außergewöhnliche Werke für ein Duo der beiden Instrumente präsentieren.
Auf dem Programm stehen Kompositionen von Franz Schubert, Rebecca Clarke und Dimitri Schostakowitsch. Dabei kann man die Engländerin und den Russen durchaus als moderne Klassiker bezeichnen, die das 20. Jahrhundert für die Viola mitgeprägt haben. Denn die beiden Sonaten stehen symbolisch an entgegengesetzten Enden dieser Epoche.
Rebecca Clarkes Sonate für Viola und Klavier aus dem Jahr 1919 gilt als Geburtsstunde der modernen Viola-Sololiteratur, während Schostakowitsch mit der kurz vor seinem Tod im August 1975 entstandenen Sonate op. 147 sein Vermächtnis und den Abschluss einer Entwicklung markiert hat. Dazwischen liegen 56 Jahre, in denen die Viola von einem Begleitinstrument zu einem der expressivsten Soloinstrumente wurde. Die beiden Werke dokumentieren Anfang und Ende dieses Prozesses. Clarke hat der Bratsche ihre moderne Stimme gegeben. Schostakowitsch hat dem Streichinstrument das tiefste und bewegendste Wort geschenkt. Zusammen haben sie die Bratsche im 20. Jahrhundert unsterblich gemacht.
Das dritte Werk des Konzertabends wird die Bratsche gewissermaßen als Ersatz für das 1823 vm Wieder Gegenbauer entwickelte „Arpeggione“ eingesetzt. Das Instrument stellte eine Mischung aus Gitarre und Cello dar, verschwand aber bald nach seinen ersten Einsätzen wieder vollständig von den Konzertbühnen dieser Welt. Schuberts Komposition dafür in a-Moll D. 821 blieb erhalten und gilt heute als eines der schönsten und meistgespielten Werke der gesamten Viola-Literatur. Sie verhilft den virtuosen Läufen und liedhaften Melodien zu einem strahlenden Auftritt.
Dei beiden Interpreten des Abends sind in den großen Konzertsälen und bei den renommierten Festivals Europas zu Hause. Der 1976 in Weimar geborene Daniel Heide gilt als einer der weltweit gefragtesten Pianisten und Liedbegleiter. Einige seiner CD-Produktionen sind mit mehreren Klassik-Preisen ausgezeichnet worden. Andreas Willwohl ist 1975 geboren und wuchs im thüringischen Arnstadt auf. Heute gehört er zu den führenden Bratschisten seiner Generation, konzertiert weltweit, so auch regelmäßig in Spanien und Japan. Seit 2011 hat er eine Professur an der Hochschule für Musik in Nürnberg inne, gibt international Meisterkurse. Beide Musiker sind für ihre herausragenden Interpretationen in der Kammermusik bekannt.
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