Vernissage der Ausstellung „Der Kreuzweg“ von Corinna Smok
im Kunstraum der Stadtkirche Schwabach
Corinna Smok, als konsequente Zeichnerin bestens bekannt, präsentiert erstmals die eindrucksvollen Kohlezeichnungen ihres Kreuzweges im Kunstraum der Stadtkirche Schwabach. Dieser spätgotische Ort ist ideal für ihre großformatigen, kraftvollen Werke.
Sie hat sich konsequent der Zeichnung zugewandt, vorzugsweise mit Kohle. Das ist kein Zufall: Kohle ist ein Material, das keine Korrektur duldet, das drängt, das roh bleibt. Sie arbeitet hauptsächlich auf Papier, aber nicht vorsichtig, sondern mit Kraft und Spannung.
Ihre Bildwelt kreist um archetypische Grunderfahrungen des Menschseins. Ihre Werke entstehen aus Gefühl und Emotion und zeigen das Aufeinandertreffen und Verhalten der Menschheit – aggressive Gesichter und Körperhaltungen neben Figuren, die Zuversicht und Hoffnung vermitteln.
Literatur ist dabei ein zentraler Resonanzraum – nicht als Illustration, sondern als Denkanstoß. Corinna Smok betreibt eine existenzielle, gestisch-expressive Zeichenkunst, die Literatur und Weltgeschehen nicht abbildet, sondern als Sprungbrett für psychologisch aufgeladene, oft archetypische Menschenbilder nutzt – roh, kraftvoll, unmittelbar. Kunst als direkter, ungefilterter Zugriff auf menschliche Existenz, nicht als ästhetisches Kalkül.
Ihr großes Projekt "Drei Jahre mit Dante" widmet sich Dantes Inferno, wobei das jahrhundertealte Phänomen des menschlichen Abgrunds durch ihre intensiven, emotionalen Kohlezeichnungen plastisch erfahrbar wird.
Mit ihrem Kreuzweg schöpft sie aus biblischen Berichten und übersetzt das in körperlich erfahrbare, ausdrucksstarke Bilder, die nicht einfach nur Illustrationen sind, sondern den Betrachter körperlichen Schmerz und seelische Not mitempfinden lassen.
„Ein geschundener Körper auf geschundenem Papier“, sagt die Fürther Künstlerin.
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