BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordert nach wie vor ein Gesamtkonzept für das Areal Waldhalle

Wendelstein - Im Sommer 2019 hat der Gemeinderat beschlossen, die Waldhalle in Großschwarzenlohe abzureißen und an derselben Stelle neu zu bauen. In einem aufwendigen und kostenintensiven Verfahren wurde ein Architekturbüro ermittelt und mit der Planung beauftragt.

  • Martin Mändl, Carolin Töllner und Boris Czwerwenka vor Ort in Großschwarzenlohe

    Martin Mändl, Carolin Töllner und Boris Czwerwenka vor Ort in Großschwarzenlohe
    © Catrin Töllner

Kurz danach wurde der Gemeinde ein Ackergrundstück südlich des Mittelweges zum Kauf angeboten. Ein Areal, das im gerade erst beschlossenen Flächennutzungsplan als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen ist. Zwar angebunden an die Straße, jedoch landwirtschaftlich genutzt und ringsum umgeben von weiterem Ackerland. Auch wir Grünen haben dem Kauf zugestimmt – Flächen in gemeindlichen Besitz zu bringen ist sinnvoll. Nur so können Ausgleichsflächen geschaffen oder sinnvolle Tauschgeschäfte getätigt werden.

Leider war weder dem Bürger noch dem Gemeinderat bekannt, dass zu diesem Zeitpunkt die Verwaltung unter Führung des Bürgermeisters bereits den Planungsauftrag für den Ersatzbau der Waldhalle gestoppt hatte. Ziel des Bürgermeisters war es, auf dem neu erworbenen Flurstück die Waldhalle neu entstehen zu lassen. Dieses Vorgehen war weder kommuniziert noch durch einen Beschluss des Gemeinderates legitimiert.

„Als Gemeinderätin und Mitglied im Bauausschuss sowie als Bürgerin fühle ich mich durch diese Entscheidung übergangen“, so Carolin Töllner, Marktgemeinderätin und Bürgermeisterkandidatin. „Wir möchten, dass ein städtebauliches Entwicklungskonzept für dieses Areal verabschiedet wird, bevor Einzelmaßnahmen umgesetzt werden.

Von der Notwendigkeit eines Gesamtkonzeptes überzeugt stellten die Fraktionen von SPD und Grünen gemeinsam im Wendelsteiner Gemeinderat den Antrag, ein Konzept für das gesamte Areal zu entwickeln. „Die Verkehrs- und Parkplatzsituation, Treffpunkte für Jung und Alt, ein vielleicht notwendiger Ausbau der Schule in Großschwarzenlohe und der nachhaltige Umgang mit gemeindlichen Flächen sind zu berücksichtigen. Wir wollen Orte mit Aufenthaltsqualität schaffen, anstatt blind drauf los zu bauen“, erläuterte Frau Töllner den Antrag.

Leider mussten wir feststellen, dass bei der Abstimmung am 30.01.2020 alle SPD-Mitglieder im Gemeinderat dafür gestimmt haben, die Waldhalle ohne Konzept aufs freie Feld zu setzen. Von diesem Abstimmungsverhalten der SPD sind wir überrascht.

Uns ärgert, wie unachtsam mit unseren Flächen umgegangen wird. Flächensparen, Ökologie und Städteplanung, das sind für uns nicht nur leere Worte. Wir Grünen stehen für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Ortsentwicklung. Der Standort eines Zentrums für Sport und Kultur darf nicht zufällig sein oder von einer Hinterzimmerentscheidung des Bürgermeisters abhängen. Auch wünschen wir uns, dass nicht über die Köpfe der Bürger hinweg entschieden wird, die nun wieder vor vollendete Tatsachen gestellt werden.

Diese Entscheidung des Gemeinderates ist für uns nicht nachvollziehbar.

Wir Grünen lehnen es ab, eine wertvolle, landwirtschaftliche Fläche im Außenbereich ohne ganzheitliches Konzept und im Widerspruch zu dem gerade erst für viel Geld entwickelten Flächennutzungsplan zu überplanen. Liebe Gemeinderäte, wozu haben wir denn gerade einen neuen Flächennutzungs- und Landschaftsplan beschlossen, wenn wir diesen schon beim ersten Bauvorhaben wieder völlig ignorieren?

Als Grüne werden wir weiterhin städtebauliche Konzepte fordern. Wir möchten stets eine gesamtheitliche Betrachtung, bevor wir Einzelmaßnahmen umsetzten. Wir agieren zukunftsorientiert mit einer nachhaltigen Gesamtkonzeption, anstatt – wie derzeit alle anderen Parteien – lediglich auf Zufälle des Immobilienmarktes zu reagieren.

Bleibt nur zu hoffen, dass übergeordnete Behörden sich gegen den neuen Standort der Waldhalle aussprechen- wie es auch bei der spontanen Standortentscheidung für das neue Feuerwehrhaus in Kleinschwarzenlohe passiert ist.

Carolin Töllner/Martin Mändl
BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN
Wendelstein 

Von: Martin Mändl, Montag, 10. Februar 2020 - Aktualisiert am Dienstag, 18. Februar 2020
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