Wird Wendelstein grün? Die GRÜNEN und der Flächennutzungsplan – ein Zwischenstand

Wendelstein - Die Forderung nach einem neuen Flächennutzungsplan kam ursprünglich von den Grünen. Mit diesem wollten wir die gemeindliche Entwicklung für die nächsten Jahrzehnt prägen, Städtebau und Umweltschutz in Einklang bringen, ein gesundes Wohn- und Arbeitsumfeld für alle schaffen.

Als dann der erste Entwurf auslag, haben wir Grünen lange und intensiv diesen Entwurf des Flächennutzungsplanes beleuchtet und debattiert. Zu viel Flächenfraß, zu wenig Nachhaltigkeit, zu wenig städtebauliches Konzept, keine Rücksicht auf die Grenzen der vorhandenen Infrastruktur waren unsere Kritikpunkte.

Die im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung geäußerten Bedenken wurden größtenteils ignoriert. Aber zumindest einige kleine Erfolge sind zu verzeichnen.

Der Marktgemeinderat hat verstanden, dass Wendelstein ein neues Verkehrskonzept braucht. Es gilt zu klären, wie der Verkehr in Wendelstein, sowie die Verkehrsströme der Ein- und Auspendler, verbessert werden kann. Was für die Radfahrer getan werden kann, wie der ÖPNV verbessert werden kann, usw. Für all dies stellt die Gemeinde nun 100.000,- EUR im Haushalt zur Verfügung.

Aber leider wird das Ergebnis des Gutachtens ohne Auswirkungen auf den Flächennutzungsplan, und damit auf die Entwicklung der Gemeinde in den nächsten Jahrzehnten bleiben! Denn bis das Gutachten vorliegt, soll der neue Flächennutzungsplan, nach dem Willen der orange-schwarzen Mehrheit im Marktgemeinderat, längst beschlossen sein.

Mit der Forderung nach Geschoßwohnungsbau, also Raum für Menschen, die sich keine Reihen- oder Einfamilienhäuser leisten können, oder für Menschen die alters- oder krankheitsbedingt auf Barrierefreiheit angewiesen sind, waren wir zumindest ein wenig erfolgreich. Auch wenn auf dem südlichen Teil des ehemaligen Wickleingelände zunächst nur Reihenhäuser genehmigt werden sollen, so ist auf dem nördlichen Teil der Fläche nun auch Geschoßwohnungsbau vorgesehen. Wir GRÜNE glauben, dass dies ist ein Schritt in die richtige Richtung ist.

Auch im Kulturausschuss setze sich das Argument der GRÜNEN, dass die bestehenden Kindergarten-, Hort- und Krippenplätze nicht ausreichen, durch. Hieß es bei der Aufstellung des neuen Flächennutzungsplanes noch, die gemeindliche Infrastruktur reicht für das gewünschte Wachstum aus, wird nun über fehlende Kindergartenplätze diskutiert. Plätze die fehlen, obwohl die großen Neubaugebiete, wie das ehemalige Hörnleinareal, noch gar nicht bebaut sind. Leider wird auch diese Erkenntnis keine Auswirkungen auf den neuen Flächennutzungsplan mehr haben können. Dieser soll offenbar verabschiedet werden, bevor ein Konzept für die Kinderbetreuung aller Altersgruppen auf dem Tisch liegt.

Vermutlich soll noch vor den nächsten Kommunalwahlen im Frühjahr 2020, noch alles in ‚trockenen Tüchern‘ sein. Dabei sollte gerade bei einem Flächennutzungsplan alle Belange in Ruhe diskutiert werden.

Von: Martin Mändl, Mittwoch, 03. April 2019 - Aktualisiert am Donnerstag, 18. April 2019
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