Die endlose Geschichte um die Neue Ortsmitte von Kleinschwarzenlohe

Wendelstein - Die Bebauung der seit einigen Jahren brach liegenden Fläche um das Kohlbauerhaus ist zu einer endlosen Geschichte ausgeartet. Immer noch geht es bei demvom letzten Gemeinderat (in demBÜNDNIS90/DIE GRÜNEN noch nicht vertreten waren) verabschiedeten Prestigeobjekt nicht weiter. Das Projekt sollte Wohnraum für Senioren schaffen und zusätzlich die Mitte Kleinschwarzenlohes neu beleben. Die GRÜNENwaren schon damals aus verschiedenen Gründen gegen dieses Projekt.

  • Archivfoto von 2007

    Archivfoto von 2007
    © meier Magazin

Es würde ein Klotz entstehen, der sich nicht harmonisch in das Ortsbild einfügt. Gerade von der Schwarzachtal-Seite ist das Bauwerk gewaltig, wie man ja jetzt schon sehen kann. Desweiteren würde das eigentliche Ziel verfehlt, nämlich bezahlbaren Wohnraum für Senioren zu schaffen. Auch hier hat sich inzwischen gezeigt, dass die angebotenen Wohnungen so teuer waren, dass Normalverdiener sich das schlichtweg nicht hätten leisten können. Schon damals kritisierten die GRÜNEN, dass bei der Bebauungsplanänderung die Interessen des Inverstors mehr beachtet wurden, als die der in Wendelstein lebenden Bürger. Eben jenes Investors, der jetzt Insolvenz angemeldet hat und somit das ganze Projekt gefährdet hat.

Einziger Lichtblick aus Sicht von BÜNDNIS90 / DIE GRÜNEN war damals die Erhaltung des Kohlbauerhauses. Man sprach damals von der Translozierung. Aber genau das ist durch die Insolvenz gefährdet. Inzwischen kann man sogar in der Zeitung lesen, dass man einem neuen Investor diese Auflage „nicht zumuten“ kann! Was für eine Farce! Die GRÜNEN stehen auf dem Standpunkt, dass eine aktuelle Baugenehmigung vorliegt; somit kann baurechtlich mit einem neuen Investor ein Bauherrenwechsel vorgenommen werden. Dieser tritt dann vollumfänglich in die bestehende Baugenehmigung ein. Wenn jetzt davon die Rede ist, dass eine Translozierung nicht (mehr) zumutbar wäre, müsste ein neuer Bauantrag eingereicht werden, in dem das Kohlbauerhaus entfiele. Die Fraktion von BÜNDINS 90 / DIE GRÜNEN würden dieser Baugenehmigung nicht zustimmen. Sollte ohne neuen Bauantrag weitergebaut werden ohne dass das Kohlbauerhaus wiederaufgebaut wird, würde sich die GRÜNEN dafür einsetzten, dass die Nutzungsaufnahme bis zum Wiederaufbau verwehrt bliebe.

Eine weitere Frage, die sich in diesem Zusammenhang erhebt, und die scheinbar niemand beantworten kann, ist: „Wo ist denn überhaupt derzeit das Kohlbauerhaus?“. Gibt es das noch oder ist das in der Insolvenzmasse des Investors „verschwunden“?

OK, das Kind ist in den Brunnen gefallen. Um das Projekt doch noch zu retten und das Kohlbauerhaus eventuell erhalten zu können, hätte BÜNDNIS90 / DIE GRÜNEN folgenden Vorschlag: Die Gemeinde erwirbt das Grundstück selbst und baut dort in Eigenregie bezahlbare Senioren-Wohnungen (z.B. über eine Tochtergesellschaft wie bei der Diakonie). Da der Neubau der Diakonie – wie Politiker aller Parteien ja immer wieder bestätigen – nicht genügend Senioren-Wohnungen in Wendelstein schaffen wird, wäre das doch die Möglichkeit für die Gemeinde solchen Wohnraum zusätzlich zu schaffen. Und nebenbei ist dieser Wohnraum dann auch bezahlbar. Zudem behält die Gemeinde die Kontrolle über das Projekt und ist nicht von irgendwelchen Investoren abhängig. Und vielleicht könnte ja sogar das Kohlbauerhaus wiederaufgebaut werden – falls noch vorhanden. Wir wollen nicht verschweigen, dass eine solche Lösung, nicht ganz billig ist. Aber wir denken, dass das gut investiertes Geld in die Zukunft unserer Gemeinde wäre. Auch für die Verwaltung würde ein solches Projekt eine Herausforderung darstellen, aber wir glauben, dass das zu schaffen ist.

Von: Bündnis 90 / Die Grünen, Donnerstag, 05. November 2015 - Aktualisiert am Montag, 16. November 2015
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