Effizienz zum Anfassen!

Landkreis Roth - Neubau eines KfW-Effizienzhaus 40 Plus – wo liegen die Vorteile und worauf lohnt es sich zu achten?

  • 25 Jahre ENA

    25 Jahre ENA
    © ENA-Roth

  • Architekt, Bauherren und Mitarbeiter der ENA-Roth standen für Fragen und Antworten rund um den energieeffizienten Neubau zur Verfügung.

    Architekt, Bauherren und Mitarbeiter der ENA-Roth standen für Fragen und Antworten rund um den energieeffizienten Neubau zur Verfügung.
    © Landratsamt Roth

  • Auf den ersten Blick ist zwischen einem Standard-Neubau und einem Effizienzhaus 40 Plus kein großer Unterschied zu erkennen. Erst bei genauerem Hinsehen erkennt man die Unterschiede!

    Auf den ersten Blick ist zwischen einem Standard-Neubau und einem Effizienzhaus 40 Plus kein großer Unterschied zu erkennen. Erst bei genauerem Hinsehen erkennt man die Unterschiede!
    © Landratsamt Roth

Bezahlbares Wohnen bis ins hohe Alter, interessante Förderprogramme, Klima- und Ressourcenschonung – diese und weitere Vorteile wurden nun bei einer Hausbesichtigung eines im Bau befindlichen Effizienzhauses in Roth erläutert.

Ein „Tag der offenen Haustüre“ rund um die Erstellung eines KfW-Effizienzhauses 40 Plus wurde von der Klimaschutzstelle im Landkreis Roth gemeinsam mit der ENA-Roth GmbH, unabhängigen EnergieBeratungsAgentur des Landkreises, mit großem Zuspruch durchgeführt. Zukünftige Häuslebauer und Interessierte hatten die Möglichkeit, sich über einen besonders energieeffizienten Neubau in Massivbauweise direkt auf der Baustelle zu informieren. Einen ersten Eindruck über Komfort, Wohngesundheit, flexible Raumgestaltungsmöglichkeiten und barrierefreier Planung konnten die Besucher an diesem Tag erfahren. Das Interesse war sehr groß, sodass die Veranstaltung komplett ausgebucht war.

Gebäude wurde regional geplant und ausgeführt

Die Rohbauarbeiten wurden von Seiten eines ortsansässigen Bauunternehmens aus Roth durchgeführt. Die Zimmererarbeiten, Haustechnik und Fenster wurden ebenfalls durch regional ansässige Fachfirmen ausgeführt. Da die Ausführungs-Konstruktionen zum Großteil noch nicht durch Innenausbau verdeckt waren, war der Zeitpunkt ideal für eine anschauliche Besichtigung der Bauweise. Erstellt wurde dieses Effizienzhaus mit einem 42,5 Zentimeter dicken Poroton-Ziegel. Besonderheit des verwendeten Mauerziegels ist die Verbindung aus Ziegelstein gefüllt mit Mineralwolle, die für hervorragende Dämmeigenschaften wie auch Schall- und Brandschutz sorgt. Die hohen Oberflächentemperaturen dieser warmen Bauweise tragen im Inneren des Hauses zu komfortablem und behaglichem Wohnen bei. Bei dieser angewendeten „monolithischen Bauweise“ wird die benötigte Statik, sowie die Wärmedämmung im Stein vereint – quasi ein doppelter Nutzen. Ein Vertreter des Herstellers der Mauerziegel informierte die Besucher ausführlich über die Eigenschaften und Vorteile des verwendeten Poroton-Ziegels.

Ein sogenanntes „KfW-Effizienzhaus 40 Plus“ ist ein Gebäude das – über den gesetzlichen Anforderungen nach Energieeinsparverordnung hinaus – besonders energiesparend gebaut wird und schlussendlich zu sehr geringen Energiekosten führt. Dies ist insbesondere interessant, da ein geringer Energiebedarf das Klima und den Geldbeutel schont – frei nach dem Motto: „Bezahlbares Wohnen bis ins hohe Alter“. „Für den Neubau oder Kauf solch eines energieeffizienten Wohnhauses bietet die KfW-Förderbank zinsvergünstigte Darlehen mit bis zu 120.000 € pro Wohneinheit, ab einem effektiven Zinssatz pro Jahr von derzeit 0,75 Prozent und zusätzlich einen Tilgungszuschuss von 25 Prozent an“, erläuterte Energieberater Sebastian Regensburger von der ENA-Roth auch die wirtschaftlichen Vorteile. „Die hohen Tilgungszuschüsse bedeuten aktuell einen negativen Zins, bei dem weniger Geld zurückgezahlt werden muss als über das KfW-Darlehen aufgenommen wird“, so Regensburger weiter.

Zur Einführung beschrieb der planende Architekt Achim Kretschmer aus Abenberg die Bauweise und das Energiekonzept des Gebäudes. Dabei wurde deutlich, dass nicht nur die sehr gute energetische Qualität der wärmeübertragenden Gebäudehülle zum Erreichen eines Effizienzhausstandards beiträgt. „Neben einer effizienten Gebäudehülle wirken sich auch eine wärmebrückenoptimierte und luftdichte Bauweise in Kombination mit einer hocheffizienten Komfort-Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung positiv auf die Energiebilanz aus und sorgen für zukünftig niedrige laufende Energiekosten“, gibt Architekt Kretschmer zu verstehen. Die interessierten Zuhörer bekamen Informationen direkt am Gebäude aus erster Hand – von der Gebäudehülle, der modernen Anlagentechnik über optimal gedämmte Versorgungsleitungen bis hin zur effizienten LED-Beleuchtung und dem sommerlichen Wärmeschutz.

Beheizt wird das Haus mit einer sogenannten Sole-Wasser-Wärmepumpe, welche die Erdwärme unter dem Grundstück nutzt.

Passend zum Thema waren gerade die Arbeiten rund um die zukünftige Beheizung des Gebäudes in vollem Gange. Just am Tag der Besichtigung wurden 70 Meter tiefe Erdsonden gebohrt – das Bohrgerät stand zur Besichtigung im Garten des Grundstücks. Beheizt wird das Gebäude mit einer sogenannten Sole-Wasser-Wärmepumpe, welche die Erdwärme unter dem Grundstück nutzt. Über zwei Tiefenbohrungen im Garten wird dem Erdreich Wärme entzogen und in einer Wärmepumpe auf notwendige Temperaturen für die Raumbeheizung und Warmwasserbereitung gebracht. In Kombination mit einer darauf abgestimmten Fußbodenheizung bleibt der Stromeinsatz der Wärmepumpen-Heizung relativ gering. Obendrein wird ein Großteil der Stromversorgung für die Wärmepumpe und die Haustechnik durch die hauseigene Photovoltaikanlage am Dach abgedeckt. In Kombination mit einem Batteriespeicher ist der benötigte Strom auch in den Nachtstunden für die Beleuchtung, Heizwärme und vor allem auch Warmwasser – insbesondere im Sommerhalbjahr – klimaneutral und direkt am Gebäude verfügbar. „Dieses maßgeschneidert auf das Gebäude abgestimmte Haustechnikkonzept spart über Jahrzehnte Energie und damit bares Geld“, so Energieberater Dieter Tausch von der ENA-Roth.

Barrierefreiheit sollte bereits in der Planungsphase Beachtung finden.

Hervorzuheben ist zusätzlich, dass das Gebäude im Erdgeschoss vollständig barrierefrei gestaltet ist. „Die Barrierefreiheit ist uns neben der energiesparenden Bauweise – vor allem auch in die Zukunft gesehen – ebenfalls sehr wichtig“, wie die Bauherrin betonte. Die Voraussetzungen für die Nutzung des Gebäudes bis ins hohe Alter in den eigenen vier Wänden sind geschaffen! Die Barrierefreiheit erhöht dauerhaft den Wohnkomfort und sollte deshalb bereits in der Planungsphase bei jedem Neubau wie auch Sanierung von Wohngebäuden Beachtung finden.

Moderne Effizienzgebäude erfüllen problemlos die gestiegenen bauphysikalischen Anforderungen des Wärme-, Feuchte- und Schallschutzes sowie des Brandschutzes

Einen ersten Eindruck über modernen Komfort, Wohngesundheit und flexible Gestaltungsmöglichkeiten konnten die Besucher an diesem Tag erfahren. Die Zukunft gehört den energieeffizienten, warmen Bauweisen – dies ist allerdings nur eine von vielen Erkenntnissen dieses Informationstages! Ergänzt wurde die Besichtigung mit diversen Baumustern zum Anfassen mit kompetenten Fachauskünften und Informationsbroschüren rund um Neubau, Sanierung, Fördermittel und Einsatz erneuerbarer Energien, des Planers, der Fachfirmen und der ENA-Roth.

Weitere Informationen erhalten Sie bei der ENA-Roth der unabhängigen Energieberatungsagentur des Landkreises, Tel.: 09171 81-4000, Mail: ena@landratsamt-roth.de .
Informationen zum KfW-Förderprogramm „Energieeffizient Bauen“ sind abrufbar unter: www.kfw.de/153

Von: Sebastian Regensburger, Freitag, 11. Dezember 2020 - Aktualisiert am Mittwoch, 16. Dezember 2020
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »Klimaschutz Landkreis Roth« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/klimaschutz-landkreis-roth

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