„Guter Wille bei Radverkehrspolitik reicht nicht“

Wendelstein - Wenn es nicht gerade stürmt oder schneit, ist das Fahrrad in einem Ort wie Wendelstein das perfekte Verkehrsmittel. Dass der Drahtesel dennoch in vielen Garagen verstaubt, liegt nicht zuletzt am lückenhaften Radroutennetz. Das beginne sich zu ändern, bilanziert die Radinitiative „meier-Alltagsradler“. Vieles passiere aber nur in Trippelschritten.

  • Für Radpendler nach Nürnberg  eine ärgerliche Lücke im Wendelsteiner Radwegnetz. Nun soll sie geschlossen werden. Die Talstraße in Sorg erhält einen Radweg.

    Für Radpendler nach Nürnberg eine ärgerliche Lücke im Wendelsteiner Radwegnetz. Nun soll sie geschlossen werden. Die Talstraße in Sorg erhält einen Radweg.
    © meier-Alltagsradler

Die Wendelsteiner Radinitiative „meier-Alltagsradler“ sieht weiterhin Fortschritte auf dem Weg in Sachen „fahrradfreundliches Wendelstein“, fordert aber bei der Umsetzung angekündigter Verbesserungen mehr Tempo und eine stärkere politische Unterstützung. Zwar hätten die Verantwortlichen die Bedeutung des Radverkehrs für die Verkehrs- und Klimawende offensichtlich erkannt, zögerten aber mit durchgreifenden Verbesserungen, bilanziert die Radinitiative nach dem jüngsten Radverkehrsdialog mit den Vertretern der Wendelsteiner Gemeindeverwaltung. Noch immer klafften ärgerliche Lücken im Radroutennetz.

Das werde sich ändern müssen, wenn die Gemeinde tatsächlich an ihren Plänen festhalte, eine Mitgliedschaft in der „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen“ (AFGK) in Bayern anzustreben, ist die Radinitiativen überzeugt. Denn die Hürden für eine solche Mitgliedschaft seien hoch und würden große gemeindliche Anstrengungen erfordern. Die AGFK-Bewerbung ist nach Aussage des Baureferatsleiters Uwe Babinsky im Zusammenhang mit der geplanten Erstellung eines Radverkehrskonzepts (als Teil eines Gesamtverkehrskonzepts) geplant.

Immerhin trage die Beharrlichkeit der Radinitiative weitere Früchte: So will die Gemeinde noch in diesem Jahr eine Radweglücke am östlichen Ortseingang von Kleinschwarzenlohe schließen: Der Radweg südlich der viel befahren Rangaustraße soll in Höhe des Teichs nordseitig fortgeführt werden. Zur Querung der Rangstraße sei eine Fußgängerfurt geplant, berichtet die Radinitiative unter Berufung auf die Gemeindeverwaltung. „Damit wird einer der gefährlichsten Abschnitte im Wendelsteiner Radwegnetz endlich entschärft“, stellt Radinitiativ-Sprecher Klaus Tscharnke erfreut fest.  

Weitere Verbesserungen: Voraussichtlich 2020 soll mit dem Bau eines Radwegs entlang der Talstraße bei Sorg begonnen werden. Und: Auf dem Radweg Am Kohlschlag im Hauptort würden außerdem die schon länger geplanten Rotmarkierungen an kritischen Zu- und Ausfahrten, etwa bei der Postfiliale, aufgebracht.
Hingegen verhindern anstehende, immer wieder aufgeschobene Umbauarbeiten an der Zufahrt zum Lidl weiterhin das Aufbringen von Rotmarkierungen. Das sei ausgesprochen ärgerlich, denn dort sei die Gefahr besonders groß, dass Radfahrer von ausfahrenden Autofahrern übersehen werden, kritisiert die Radinitiative.

Darüber hinaus sollen nach den Zusagen der gemeindliche Bau- und Verkehrsexperten auch kleinere Verbesserungen bei der Beschilderung und von Radmarkierungen gefährliche Missverständnisse zwischen Radfahrer und Autofahrer verhindern. So soll eine eindeutige Radwegmarkierung in Höhe des TSV Röthenbachs unmissverständlich auf den Radweg auf der gegenüberliegenden Seite der Alten Salzstraße hinweisen. Und auch am Kleinschwarzenloher Kreisverkehr soll eine ergänzte Beschilderung für den aus Nürnberg kommenden Radverkehr mehr Klarheit schaffen. Nachbesserungsbedarf sieht die Radinitiative dagegen bei den neuen, auf Anregung der meier-Alltagsradler veranlassten Radeinfädelspuren in Sorg und Röthenbach (unweit des Richterhauses).

Für einen Schritt in die richtige Richtung hält die Radinitiative die geplante finanzielle Förderung bei der Anschaffung eines Lastenfahrrads, verknüpft mit dem Verleih eines E-Lastenbikes durch die Gemeinde.  Noch am Reifen sind derzeit noch Pläne, die bisher auf Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung beschränkte Sommer-Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ auf den Gesamtort auszuweiten. Ungelöst sind zum Bedauern der Radinitiative dagegen weiterhin die Hauptknackpunkt im Wendelsteiner Radroutennetz, die für Radfahrer extrem gefährliche Nürnberger Straße im Hauptort und die Rother Straße in Großschwarzenlohe.

Kontakt: meier-Alltagsradler c/o Klaus Tscharnke, Farnstraße 10, 90530 Wendelstein Tel. 0170-904 34 67

Von: Klaus Tscharnke (Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Radverkehr), Donnerstag, 09. Januar 2020 - Aktualisiert am Dienstag, 21. Januar 2020
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »meier Alltagsradler« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/alltagsradler

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