Lasst uns reden: Themenabend Rechtsextremismus

Schwanstetten - Der Rechtspopulismus ist in Europa auf dem Vormarsch, auch in Deutschland. Diese Entwicklungen waren, und sind für das eMPORIUM Schwanstetten Anlass genug sich dem Thema „Rechtsextremismus“ zu widmen und veranstaltete am 24.10.2019 im Schwanstetter Jugendtreff diesbezüglich einen Themenabend.

  • © eMPORIUM Schwanstetten

Hierzu konnte der Verein einen Referenten der „Landeskoordinierungsstelle Bayern gegen Rechtsextremismus“ für sich gewinnen. Nach einer kurzen Vorstellung der Koordinierungsstelle, dem Erläutern des klischeehaften Auftretens der Rechten, tauchten die Zuhörer ein in die Welt der Symbolik und Abkürzungen. Unter den üblich bekannten Symbolen, wie dem Hakenkreuz und den SS-Runen, wurden auch weniger bekannte Zeichen dargestellt und ihre Organisationen hinter diesen erläutert. Weiterhin wurde darauf verwiesen, dass die meisten Kennzeichen einen eindeutigen Zusammenhang zu nationalsozialistischem Gedankengut und einschlägigen Organisationen vorweisen müssen, um ein Verbot jener durchsetzen zu können oder das Verwenden strafrechtlich zu verfolgen, denn nicht alle verwendeten Symbole stehen auch in eindeutigem Zusammenhang zum Rechtsextremismus. Die Gesetzeshüter stoßen zudem an ihre Grenzen, wenn es bspw. um Zahlen, wie der 18, welche für „Adolf Hitler“ stehe, oder die 88, da das Verbot von Zahlen nicht durchsetzbar wäre.

Im weiteren Verlauf des Abends wurde das klischeehafte, alte Bild der Rechtsextremisten vom Tisch genommen und sich dem neuen Auftritt gewidmet. Los ging es bei Äußerlichkeiten, denn die „neuen Nazis“ geben sich nicht mehr durch Springerstiefel, Glatze und Bomberjacke zu erkennen, viele erkennt man erst in ihrer Artikulation. Des Weiteren wurden die einschlägigen Organisationen, wie unter anderem die „Identitäre Bewegung“ durchleuchtet. Das unverkennbar neue Auftreten liegt besonders darin, dass die „neuen Rechten“ sich intensiv dem Modernen widmen. Sie nutzen seriöse Designs in ihren Printprodukten und auch das Social Media, gemeint damit sind YouTube, Facebook, Instagram & Co., beherrschen sie zu ihren Gunsten höchst professionell, was dazu führt, dass sie viele Menschen digital erreichen können. Der Erfolg der Rechten auf diesem Gebiet zeigt, wieviel Defizit die etablierten Parteien in Bezug auf die neuen Medien aufweisen, aber auch viel Nachholbedarf auf diesem Gebiet da zu sein scheint. Inhaltlich haben die neuen Rechten den Altparteien längst das Wasser abgegraben, welche sie zur Durchsetzung ihrer pervertierten Weltanschauung ausnutzen. Die Wege der Rechtsextremisten machen auch nicht halt davor, konventionelle Kommunikationskanäle zu nutzen, und so werden ihre Schriften über herkömmliche Verlage bis auf die Frankfurter Buchmesse getragen, bei dem sich der Anschein erwecken lässt, dass hierbei nichts Schlimmes wäre, wenn diese Bücher es auf eine der angesehensten Messen Deutschlands schaffen würden.

Der Abend zeigte, wie wichtig es ist, das Vorgehen und das eigentliche Anliegen hinter den Botschaften der alten Wölfe in neuem Gewand zu verstehen, damit Geschichte nicht wieder zur Zukunft wird, und wie wichtig es ist, die Sorgen der Menschen an und vor allem ernst zu nehmen, um den Neofaschisten den Dünger zur Durchsetzung ihrer menschenfeindlichen Ziele zu entziehen. Das eMPORIUM konnte sich auf ihrer Jugendbildungsreise ins Konzentrationslager Auschwitz ein Bild davon machen, wo dies hinführen könne und tritt dem entschieden entgegen.

 

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Von: Mike Müller (1. Vorstand), Montag, 28. Oktober 2019 - Aktualisiert am Mittwoch, 13. November 2019
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »eMPORIUM Schwanstetten e.V.« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/emproiumschwanstetten
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