Lebensmittel retten in Worzeldorf

Worzeldorf - Unter dem Motto „Lebensmittel verwenden statt verschwenden" fand die nächste sozial-ökologische Veranstaltung der Frauen Union und CSU Worzeldorf in der Katholischen Kirche Corpus Christi statt. Die Vorsitzende der Frauen Union Worzeldorf, Monika Simon-Deinlein, begrüßte dazu die Lebensmittelretterin Brigitte Adelmann sowie ihr engagiertes Team aus freiwilligen Helfern.

  • Lebensmittelretterin Brigitte Adelmann, die Vorsitzende der Frauen Union Monika Simon-Deinlein und CSU-Ortvorsitzender Theo Deinlein

    Lebensmittelretterin Brigitte Adelmann, die Vorsitzende der Frauen Union Monika Simon-Deinlein und CSU-Ortvorsitzender Theo Deinlein
    © Thomas Karl

Rund 60 kg genießbare Lebensmittel wirft jeder Deutsche durchschnittlich pro Jahr in den Müll. Häufig aus Angst vor krankmachenden Keimen, die ein abgelaufenes Mindesthaltbarkeitsdatum suggeriert. Dabei kann jeder selbst leicht herausfinden, ob etwas noch genießbar ist: „Anschauen, riechen und schmecken“, rät die Lebensmittelretterin Brigitte Adelmann, „früher brauchte man schließlich auch keine Aufschrift um zu wissen, was noch gut ist.“

Vor den rund 80 interessierten Zuhörern berichtete Adelmann von ihren Lebensmittelrettern, von denen jeder ehrenamtlich bis zu 40 Stunden pro Woche mit viel Engagement Nahrungsmittel vor der Vernichtung bewahrt, sortiert und unentgeltlich in sogenannten Verteiler-Stationen sammelt. Hier ist jedermann, unabhängig von seiner sozialen Lage, angehalten sich kostenlos die Lebensmittel mitzunehmen die er benötigt oder verwerten möchte. Das Projekt soll zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen unserer Umwelt führen. Die Aktion „Lebensmittel retten“ will dabei jedoch keine Ergänzung der Sozialsysteme sein. Daher ist es auch keine Konkurrenz zu den Tafeln, sondern stellt hier allein die Nahrungsmittel in den Mittelpunkt. Teilnehmen kann jeder im Bewusstsein, dass für die Lebensmittel viele Rohstoffe, Energie und nicht zuletzt die viele Arbeit der Landwirte von Nöten sind. Während in anderen Ländern Menschen Hunger leiden, werden in Mitteleuropa häufig tonnenweise von weit her transportierte Lebensmittel ohne Beachtung aus teils unverständlichen Gründen weggeworfen und vernichtet.

Sorgfältiger Umgang, sauberes Arbeiten, einwandfreie Ware und das Achten auf Einhaltung von Hygieneregel sind dabei oberste Maxime. Wie ein Mitglied der Lebensmittelretter darstellte, führt die Angabe des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) oft zur Vernichtung von noch deutlich länger verwendbaren Lebensmitteln. Zur Veranschaulichung hatte die Gruppe um Brigitte Adelmann sowohl Tische mit „Trockenware“ – die trotz abgelaufenem MHD problemlos genießbar waren – sowie Waren aus Haushaltsauflösungen – bei denen zum Teil 26 Jahre alte, noch immer genießbare Packungen gefunden wurden – aufgebaut. „Schließlich kann mir keiner erzählen, dass Millionen von Jahre altes Salz nach wenigen Jahren ungenießbar sein soll“, so Adelmann. Daneben gab es Tische mit frischen Lebensmitteln, die vor der Vernichtung gerettet wurden – darunter ein Berg von 750 kg Bio-Karotten, sowie weiteren Kisten mit nicht normgerechten Gurken, Zucchini oder Salatköpfen. In der Pause wurden den Gästen gerettetes Fingerfood gereicht, sowie ein von Brigitte Adelmanns Lebensgefährten, Fred Weinstein, zubereitetes Fruchtsorbet mit Bananencreme serviert. In der regen Diskussion wurde unter anderem über die Verwendbarkeit verschiedener Nahrungsmittel sowie nach der Position der Politik zum Umgang mit Lebensmittel gefragt. Theo Deinlein verwies auf die Möglichkeit, Märkte zur kostenlosen Abgabe statt Vernichtung von Lebensmittel zu verpflichten. Vor allem der Handel und die Endverbraucher sind zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln aufgerufen, stellten auch die Lebensmittelretter dar. Im Anschluss durfte sich jeder Teilnehmer an den Lebensmitteln bedienen und Sie so vor der Vernichtung bewahren.

Nach diesem Abend, an dem sich zahlreiche Besucher in die bereitgelegten Listen eingetragen haben, ist nun das Ziel der Aufbau einer Verteiler-Station in Kooperation mit der katholischen Gemeinde von Corpus Christi. Geplant ist zunächst ein Tag mit fester Öffnungszeit, an dem die geretteten Lebensmittel abgeholt werden können. Interessierte können sich gerne unter monikadeinlein@yahoo.com melden.

Wir wünschen Ihnen eine schöne und erholsame Sommerzeit!

 

 

Von: Theo Deinlein (Vorsitzender), Donnerstag, 11. Juli 2019 - Aktualisiert am Freitag, 12. Juli 2019
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »CSU - Ortsverband Worzeldorf « finden Sie unter: www.meier-magazin.de/csu-worzeldorf
Empfehlen Sie diesen Artikel:

Kommentar schreiben

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.