Politiker befürchten »ghettoartige Siedlung«

Wendelstein - BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN nimmt Stellung zur Bebauung des ehemaligen Hörnlein-Geländes.

Wir – BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN – freuen uns, dass die Fläche des ehemaligen Hörnlein-Geländes nunmehr einer Nutzung zugeführt werden soll. Wir verfolgen das Ziel einer Flächenentwicklung, die einerseits den Ansprüchen an eine moderne Wohnnutzung gerecht wird, andererseits unser Wendelstein in seiner Art erhält und ökologischen Gesichtspunkten Rechnung trägt. Nicht anfreunden können wir uns mit der geplanten Bebauung mit 102 gleichförmigen Reihenhäusern.

Zum einen entsteht damit eine ghettoartige Siedlung, die in ihrer Struktur an die Bausünden der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts erinnert. Zum anderen führt diese intensive Bebauung lediglich zu einer Gewinnmaximierung des Investors, während die Folgekosten für die Infrastruktur allein von unserer Gemeinde – also von uns allen – zu tragen sind.

Es fehlt an ausreichend Kindergarten-, Schul- und Hortplätzen ebenso wie an einer angemessenen Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr. Nimmt man das Ziel, für Familien zu bauen, ernst, führt das vom Gemeinderat geplante Konzept zu einer erheblichen Zunahme des PKW-Verkehrs, da sowohl der Weg zur Arbeit, als auch der Transport der Kinder in Kindergarten oder Hort nur so bewältigt werden kann. Eine Beteiligung des Investors an den Infrastrukturkosten ist nach dem Plan des Gemeinderates aber nicht beabsichtigt. Warum man hier auf eine städtebaulich übliche Beteiligung verzichtet, ist nicht nachvollziehbar.

Sinnvoll ist eine gemischte Bebauung mit Einfamilien- und Geschosswohnungsbau. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN stehen für förderfähigen Wohnungsbau, damit sich auch einheimische, normalverdienende Familien ansiedeln können.

Wir setzen uns ein für eine extensive Begrünung und die Schaffung von begrünten Gemeinschaftsflächen. Dies fördert einerseits die Wohnzufriedenheit und führt andererseits zur Entsiegelung der geteerten Flächen und damit zur Förderung der Artenvielfalt und Verbesserung des Wasserhaushalts.

Notwendig ist daher ein Verkehrskonzept, das den Interessen der Einwohner wie der Hinzuziehenden Rechnung trägt. Ein Kindergarten auf dem Gelände dient der Vermeidung von unnötigem Autoverkehr und stärkt das nachbarschaftliche Miteinander.

Unser Wendelstein ist in kleinen Strukturen gewachsen und zeichnet sich durch eine abwechslungsreiche Bebauung und ein Miteinander der Einwohner aus. Dies darf nicht den Gewinninteressen eines Investors und dem Desinteresse der Mehrheit des Gemeinderates geopfert werden.

Von: Boris Czerwenka (1. Vorsitzender OV Wendelstein - BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN), Mittwoch, 16. November 2016 - Aktualisiert am Donnerstag, 17. November 2016
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