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Rückruf beim Hund: Bello - Hier!

Region - Auf dem Vereinsgelände der Therapiehunde Deutschland e.V. in Nürnberg-Kornburg und auf dem Hundeplatz in Neumarkt (Oberpfalz) finden regelmäßige Hunde-Trainings-Einheiten statt. Bezüglich der aufkommenden Fragen und sich dort zutragenden Ereignisse zum Thema Hundeerziehung und Hundeverhalten möchte Ihnen das Trainerteam des Vereins mit Vorschlägen und Erziehungstipps eine kleine Hilfestellung anbieten, sollten Sie sich und Ihren Vierbeiner in der einen oder anderen Geschichte vielleicht wiederfinden.

  • Soll ich jetzt wirklich zu dir zurücklaufen?

    Soll ich jetzt wirklich zu dir zurücklaufen?
    © iStockphoto.com

  • Bello, zu mir!

    Bello, zu mir!
    © iStockphoto.com

Der Rückruf ist einer der wichtigsten Erziehungsaufträge beim Hund. Wie sieht es bei Ihnen aus? Sagen Sie einmal: „Bello – hier!“ und Bello kommt – oder klingt das eher wie „Bello! Hier! Bellllloooo! Hiiiiiiiier! Bello, komm zu mir! Hiiiiiier! Schätzchen, komm doch her! Du sollst kommen. Kommst du jetzt her! Hiiiiier und zwar sofort.“ Bello kommt aber nicht und signalisiert Ihnen damit ein klares „Nein“ auf Ihre Bitte.

Damit die anderen Hundebesitzer Ihre Kompetenz nicht infrage stellen, kommt jetzt die allseits beliebte Erläuterung: „Der tut nix, der will nur spielen!“ Alle Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer stellen gern fest, dass es mit dem Rückruf immer klappt, solang nichts anderes (interessanteres, schöneres) das Interesse des Hundes weckt. Hunde sind Opportunisten, die ihr Handeln am zu erzielenden Erfolg orientieren.

Was bedeutet das?

Ist die Hundebesitzerin oder der Hundebesitzer – oder beide - weniger attraktiv als die Hundewiese und die zu erwartenden Aktionen mit den Kumpels, haben Frauchen oder Herrchen keine Chance. Es muss für den Hund erstrebenswert sein, zu seinem Besitzer zu kommen. Rückruf-Training ist ein sehr viel längerer Weg als Sitz oder Platz. Einmal erlernt, ist das kein grundsätzliches Kommando, das vom Hund angenommen wird und ein Leben lang funktioniert. Beim Rückruftraining ist Ausdauer gefragt.

Fehler der Hundeführerin / des Hundeführers

Sie haben ein konsequentes Rückruf-Training im Welpen- und Junghund-Alter verpasst oder nicht wahrgenommen? Sie waren der Ansicht, damit Bello seine Jugend genießen kann, darf er unkontrolliert herumstromern? Ein Hund lernt dadurch, seine Distanz zum Hundeführer selbst zu wählen. Je größer die Distanz, desto geringer die Trefferquote beim Rückruf. Das traurige Fazit ist ein lebenslanger Leinenzwang.

Biologische Abfolge

Je öfter ein Hund seine Freiheit unkontrolliert genießen kann, desto häufiger spielen sich in seinem Körper viele biologische Zusammenhänge ab. Das trifft auch für jagdlich motivierte Hunde zu. Der Jagderfolg ist gar nicht nötig, denn schon das Hetzen versetzt ihn in eine Art „Rauschzustand“. Rufen ist dann zwecklos, weil Bello nichts mehr hört, wenn das neurochemische Selbstbelohnungssystem – Dopamin und Noradrenalin – aktiviert ist. Die Endorphine (Glücksbotenstoffe) dürfen auch beim Hund nicht unterschätzt werden. Laufen macht glücklich!

Endorphine und Dopamin = Suchtfaktor = lustbetontes Erleben.

Das Bestreben des Hundes ist es, die auslösende Situation immer öfter hervorzurufen (Laufen, Rennen, Hetzen). Die Ausschüttung der Botenstoffe wird bei jeder selbstbelohnenden Aktion erhöht. Das Erkundungsverhalten des Hundes kann und darf ausgelebt werden, aber auf jeden Fall vom Menschen kontrolliert. Kontrollierter Freilauf bedeutet in erster Linie ein Laufen an der Schleppleine. Ein gezielt aufgebautes Rückruftraining mit der Schleppleine ist sinnvoll und hilfreich. Der Hundeführer hat auch aus größerer Distanz Zugriffsmöglichkeiten.

Unkontrollierter Rückruf

Sie rufen Ihrem Hund ständig hinterher? Stimme und Körpersprache stellen sich Ihrem Vierbeiner konträr dar und Ihr „Geschrei“ sowie ein Cocktail aus verwirrenden Anweisungen vermitteln ihm kein klares Rückrufkommando, bei dem auch nichts befolgt werden muss. Sie können aber nicht auf Ihren Hund einwirken, weil Sie zu weit weg sind. Deshalb laufen Sie dem Tier hinterher und fangen ihn ein. Ihr Hund lernt dadurch bestenfalls, dass das gerufene Kommando bedeutet, dass sich sein Mensch auf den Weg zu ihm macht und „Fang-mich“ mit ihm spielt.

Der Hund wird nur gerufen, wenn er an die Leine kommt und nach Hause muss. Unliebsame Aktionen werden mit dem Anleinen verbunden. Das Rückruf-Traing wird mit einem Familienmitglied eingeübt – bei den anderen Familienmitgleidern darf er einfach laufen.

Tipps zum Rückruftraining

Nur einen bestimmten Begriff z. B. Hier oder Zu mir benutzen.

Um ein positiv besetztes, emotionsneutrales Rückruf-Instrument zu haben, empfiehlt sich die Konditionierung auf eine Hundepfeife. Die menschliche Stimme ist nicht in der Lage, stets das gleiche Signal zu senden.

Den Rückruf „schmackhaft“ machen.

Bei apportierfreudigen Hunde funktioniert auch ein kurzzeitiges Tragen des Spielzeugs.

Immer zu Beginn einer Trainingsphase eine Bestätigung für die Befolgung des Rückruf-Signals.

Über die Schleppleine absichern und verhindern, dass sich der Hund    verselbständigt.

Futter in eine „Knistertüte“ packen, denn erfahrungsgemäß reagieren Hunde sehr interessiert auf Knistergeräusche und lernen sehr schnell, etwas Schmackhaftes damit zu verbinden.

Rückruftraining zuerst im Haus ohne Ablenkung.

Reizstärkere Umgebung langsam steigern.

Beispiel: Ist der Hund gerade mit etwas „Spannendem“ im Haus beschäftigt, rufen und mit der knisternden Tüte von ihm weglaufen. Folgt er – Rückrufkommando geben. In die Hocke gehen – Futter aus der Knistertüte geben.

Wenn Sie das Rückruftraining konzentriert und regelmäßig anwenden, finden Sie sich nie wieder „hundeseelenallein“ mit aufgestauten Zorn bei einem Hundespaziergang im Wald (oder anderswo).

Wir lesen uns im nächsten meier-Magazin wieder – wenn Sie mögen?

Kontakt Therapiehunde Deutschland:
geschaeftsstelle@therapiehunde-deutschland.teamTelefon 09180.8524083 oder Mobil 0171.3224576

Von: Sabine Beck (Freie Journalistin - Medienbüro Die.Schreiberei), Montag, 18. September 2023 - Aktualisiert am Mittwoch, 27. September 2023
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »Therapiehunde Deutschland e.V. « finden Sie unter: www.meier-magazin.de/therapiehunde

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