Fr., 09.08.19 - Di., 13.08.19    

Katzwanger Kärwa 2019

Vorbericht zur Katzwanger Kärwa 2019

Ort: Katzwang, Nürnberg, Deutschland
  • Gruppenbild

    Gruppenbild

  • Sautrogrennen Anfangszeit

    Sautrogrennen Anfangszeit

  • Baumstellen

    Baumstellen

  • Müder Krieger

    Müder Krieger

Kärwa is in Katzwang, Ihr Leut und nun lest und hört, hört...

jetzt kommt die allerletzte Nummer. Dieser Satz, der uns seit 43 Jahren jeden Kärwadienstag verfolgt, er bekommt heuer eine ganz andere Bedeutung.

Sie ist wieder im vollen Gange, die Kärwasaison 2019. Wendelstein war schon an der Reihe, auch Penzendorf, Kornburg, Wolkersdorf und Dietersdorf haben gewackelt und gebebt, Eibach hat es hinter sich und Limbach steht zum Ausgabedatum kurz davor, bzw mittendrin. Auf vielen dieser Nebenkriegsschauplätzen waren wir, die Katzwanger Kärwaboum-und Madli (im Laufe der Vorberichtserstattung aus faulheitstechnischen Gründen mit KWB betitelt) am Start. Wir haben gesungen, gelacht, uns das eine oder andere Mäßler Bier über den Knorpel laufen lassen und wir haben Blut geleckt. Umso mehr freuen wir uns, wenn der Festwirt Gruber mit seinem Bierzelt, Karussells, den Autoscooter, Fress-und Losbuden endlich wieder die verbrannte Wiese vom Festplatz bedeckt.Terminiert wurde unsere Kärwa heuer auf den 09.August und bis zum Ende werden dann noch 4 Tage draufzurechnen sein.

Weil aber den KWB 5 Tage nicht so ganz reichen, fangen wir schon etwas früher an. Während am 02.August im besagten Limbach die Kärwa beginnt, pflegen wir mit unserer Aufzuchtstation das Kärwakindersingen ab 17Uhr im Gasthof Schmidt. Wenn unsere Kurzen dann der Nachtgieger holt, bekommt die erste Garnitur verbal vom Sebbo seine letzte obligatorische Pflichtschellen verabreicht. Der Sebbo, unser Häuptling, nimmt das mit der Disziplin nämlich sehr genau und der Sebbo möchte, daß wir uns die nächsten Tage am Riemen reißen und keinen Scheiß treiben. Oder dann wenigstens Fotos machen, zumindest wenn er nicht dabei sein sollte.

Diese unsere letzte Versammlung vor der Kärwa ist öffentlich und für jedermann zugänglich.

Im Laufe diesen Jahres hat man uns ja schon des Öfteren in Aktion gesehen. Im Januar die Winterparty an der Wehrkirche, die Bar am Bürgerfest im Mai, alles unsere Babies, die von den Bürgern wohl geschätzt werden und uns einmal nur ein müdes Lächeln und einmal viel Schweiß kosten. Sollte einer unserer Leser oder Leserinnen sich zum müden lächeln oder viel schwitzen in unserem Kreis berufen fühlen, er möge sich dann bitte am 02.August im Gasthof Schmidt blicken lassen und einen kurzen Blick hinter die Kulissen werfen. Wie gesagt, dieser Tag dient mitunter der Öffentlichkeitsarbeit.

Nicht öffentlich dann der 08.August. Da ist unser WarmUp, quasi das letzte Trainingslager. Die illustre Runde, bestehend aus Aktiven, Passiven, Ehemaligen, Freunden, Gönnern und Sponsoren lässt da den lieben Herrgott einen guten Mann sein. Bei den Klängen unserer semiprofessionellen Haus-und Hofkapelle, die uns auch am Samstag beim Festumzug begleiten wird, freut und graust man sich ob der nächsten Tage, isst, trinkt und schmettert das ein oder andere Liedchen.

Für alle anderen steigt zeitgleich im Highlander um 21Uhr eine Gegenveranstaltung. Zum Start in die Kärwasaison gibt's für AmHammer 4 die erste Katzwanger Rocknacht mit den Kapellmeistern "SMASH". Mit 5 Euronen an der Abendkasse sind Sie dabei. Besagte Lokalität hat dann übrigens die nächsten 5 Abende geöffnet und versorgt die Nachtschwärmer noch mit Musik und diversen Betthupferl. Ich bitte zu beachten, daß dies die letzte Kneipe vor Neukatzwang ist und der Rückweg ist meist doppelt so lange wie hinwärts. Ein alter weiser Mann sagte einst: Wer schwankt hat mehr vom Weg.

Einmal kurz geschlafen und schon ist Freitag. Lasset die Spiele beginnen. Tagsüber sind wir noch gut mit den Vorbereitungen für den Umzug am Samstag und dem Sautrogrennen am Sonntag beschäftigt. Kränze binden, Wägen schmücken, die Bar aufpolieren, Metro plündern und was weis ich nicht noch alles.

Um 18Uhr stellen unsere Kärwakinder dann auf der Wiese vor dem Festplatz ihren Baum und nach ner Runde Apfelschorle wird im Anschluss der Autoscooter und die Schiffschaukel tyrannisiert. Aber aus dem Alter sind wir raus und deshalb ist für uns der Bieranstich um 19Uhr30 durch Stadtrat Harald Dix umso interessanter. Hat der Stadtvater dann die Bühne geräumt und das Fass steht an unserem Tisch, gibt sich die Partyband "Die Ganoven" die Ehre und sorgen bis Betriebsschluss für Unterhaltung. Wenn der Festwirt dann müde ist und uns vor die Türe setzt, dann wäre das jetzt eigentlich eine gute Gelegenheit nach Hause zu gehen. Aber bei den Temperaturen der letzten Wochen dürfte das Kellerloch Am Hammer 4 deutlich kühler sein als die eigenen Vier Wände und die Option auf Abkühlung und Erfrischung sticht dann eine Mütze Schlaf aus.

Diese Idee vom Vorabend erscheint dann aber am nächsten Tag meist doch nicht mehr ganz so intelligent. Mit einem Geschmack im Mund wie eine alte Frau unterm Arm treffen sich die Herren der Schöpfung beim Giegerkrähen an der Vereinshalle. Leicht zerknatscht geht's für uns in den Reichswald, weil da nämlich irgendwo eine Fichte versteckt steht und die wird später noch im Dorf gebraucht. Und damit Zeitsprung auf 13Uhr30. Da startet der große Umzug entlang der Katzwanger Hauptstraße. Von den liebevoll geschmückten historischen Bulldogs und Wägen tönt allerlei Musik und Gesang. Irgendwo inmitten des wilden Treibens befindet sich dann frisch geputzt der neue Kärwabaum, der der Gemeinde stolz präsentiert wird. Nach ein paar Boxenstopps bei diversen einschlägigen Gastronomen sollte der Tross dann gegen ca. 16Uhr30 sein Ziel erreicht haben. Das was Stunden vorher noch im Wald gefällt wurde, soll nun mit viel Muskelschmalz und Schweiß auf althergebrachte Art auf der Wiese vor dem Festplatz in die Vertikale gestemmt werden. Waren Sebbos Mannen dann erfolgreich, gibt es nach ein paar kalten veganen Schaumsüppchen an Hopfen und Malz noch schnell das Erinnerungsfoto für's Kaminzimmer, bevor der obligatorische Einzug ins Zelt beginnt. Dort schiebt man sich fix einen G`wedelden oder einen Gummiadler hinter die Kiemen und lässt die erste Tageshälfte erstmal sacken. Neu sortiert verdrückt sich dann jeder kurz nach Haus und unterzieht sich einer schnellen Katzenwäsche, denn wenn am Abend die Rothseemusikanten das Zelt abreißen, möchte man doch adrett auf den Bänken stehen.

Auch die nächste Nacht dürfte nicht viel länger als die Vorangegangene werden, bzw fällt diese für den einen oder anderen an der Baumwache komplett aus. Das ist aber auch nicht weiter tragisch, denn zum müde sein haben wir am Sonntag eh nie Zeit. Es gilt am Parkplatz der Wehrkirche das Sautrogrennen aus dem Boden zu stanzen. Um 10Uhr der Festgottesdienst, Frühschoppen um 10Uhr30 und der Hauptevent beim 14Uhr-Läuten, da heißt es Arschbacken zusammenkneifen und ranklotzen.

Weil wir heuer unser 25jähriges Jubiläum haben, erfolgt der Bieranstich durch den damals amtierenden Oberkärwabou Erich Kowatsch und dem Mitbegründer Bernd Fischer. Was 1993 noch mit ein paar Kästen lauwarmen Bier am Ufer und einer doch sehr überschaubaren Anzahl von Besuchern begann, hat sich bis in die Neuzeit zu einer Veranstaltung entwickelt, die im näheren Umkreis nach Seinesgleichen sucht.

Das lauwarme Bier haben wir zwischenzeitlich abgeschafft und durch Schankstationen, Bar, leichte fränkische Küche und Kuchentheken ersetzt. Geblieben ist der Spaß und der für lau. Die Teilnahme ist wie gewohnt kostenlos, allerdings möchte die Spendensau auf dem Tisch der Rennleitung auch heuer wieder auf freiwilliger Basis gefüttert werden. Mit dem Inhalt wird 2019 der evangelische Kindergarten Regenbogen in der Kollostraße bedacht. Auch ansonsten wird sich bei der 25sten Ausgabe des Sautrogrennens nicht viel ändern. Die Regeln sind die Alten. Ein Trog wird pilotiert von 2 M/W/D, Hilfsmittel sind verboten im direkten Vergleich zweier Tröge, im Kampf gegen die Naturgewalten der Rednitz und auf der Jagd nach Bestzeiten. Ruhm, unendliche Ehre, diverse Sachpreise und der Wanderpokal sollen für diese schier unmenschlichen Strapazen am Schluss entschädigen. So gegen 18 Uhr, nach dem zu guter Letzt der alte Kärwabaum von 2018 versteigert wurde, nehmen wir dann langsam den Riemen von der Orgel und bauen alles zurück. Die KWB möchten ja schließlich auch noch was vom Tag haben. Wen es dann auf ein Wegbier gelüsten sollte, der hat nun die Option bei uns erstmals einen speziell designten Eventkrug käuflich zu erwerben und diesen für den weiteren Weg füllen zu lassen. Der Umstand, daß wir jedes Jahr einen immensen Gläserschwund zu verzeichnen haben und uns die Pfandmarken, welche wir mühevoll von tibetanische Kindermönchen unter wasser mundklöppeln lassen müssen, langsam ausgehen, hat uns zu diesem drastischen Schritt bewogen. Wenn der Parkplatz wieder im Urzustand ist, dann machen wir nen flotten Fuß hoch in die Abfüllanlage auf dem Festplatz und nehmen noch die letzten 2-3 Std bei den Andorras mit, bevor wir einmal mehr leichtfertig in den Highlander wackeln und leicht fertig einen Strich unter den Sonntag machen.

Der Montag soll dann deutlich ruhiger werden und wir gehören erstmal nur uns alleine. Um 10 Uhr geht's zum Frühshopping zu den Goggerern und der Rest vom Tag steht zur freien Verfügung. Das Leben kann so schön sein. Schön dürfte für Mami und Papi der Familientag auf der Kärwa selber sein. Der Nachwuchs fährt ab 14 Uhr an allen Fahrgeschäften zum ermäßigten Preis und um 14 Uhr 30 haben die Kleinen ein Date mit dem Kasperle und seinem Puppentheater im Zelt. Für den kleinen Hunger werden Schaiferla mit Kloß und Soß gereicht.

Es wird auffallen, daß von Freitag an unsere Losfeen durch die Reihen tingeln und kleine bunte Zettel mit Nummern drauf anpreisen. Wer dann so ein Los sein Eigen nennen darf, hat sich somit die Chance gewahrt, einen unserer sehr attraktiven Preise bei der großen Tombola zu ergattern. Wenn um 21Uhr 30 die Bressdlersgwaddscher ihre Pause machen, bringen wir lauter schickes Zeug an die Frau/den Mann/das Kind. Um den Lesern das Maul wässrig zu machen, der 3te Preis wäre ein Gutschein von einem Trachtenhaus, ein Fluggutschein für 3 Man, 1 Stunde über das Fränkische Seenland der 2te und als Hauptgewinn steht ein Reisegutschein im Raum. Unterhalb der Top 3 ist unser Koffer aber auch noch prall gefüllt. Der Trostpreis wird nicht ausgeschüttet, dieser wäre eine Fahrt auf der Rolltreppe ihrer Wahl.

Und dann ist auch schon wieder Dienstag und wir biegen auf die Zielgerade ein. Auch der letzte Kärwatag beginnt eher ruhig. Um 10 Uhr 30 finden wir uns zu einem ausgedehnten Frühstück beim ARSV ein und schalten einen Gang runter. Die letzten Tage werden einen langen Atem verlangt haben und so mancher setzt für den Endspurt auf die zweite Luft, die wir am Abend auch brauchen werden. Um 19 Uhr wird es im Zelt auf dem Kärwaplatz wieder sehr kuschelig, wenn der Sepp und die Steigerwälder Knutschbären einmarschieren. Tischreservierungen nimmt der Festwirt Gruber mit seinem Personal entgegen und der versierte Kärwafreund weis, daß es durchaus von Nutzen ist, diesen Service in Anspruch zu nehmen. Nach über 4 Stunden schweißtreibender Show waren wir dann Zeuge eines Bierüberfalls, wissen wem der Moped gehört, wo das Bier herkommt und die Niki Lauda Mutter heißt. Kurz vor Geisterstunde heißt es dann wieder: "Hört, hört! Jetzt kommt die allerletzte Nummer"! Wie schon geschrieben, das soll heuer eine ganz andere Bedeutung haben. Der Sepp schmeißt nämlich hin. Als der Frontmann der Knutschbären vor 43 Jahren das erste Mal auf der Bühne in Katzwang stand, da waren selbst Teile unserer Kärwarentner noch nicht mehr als ein schmutziger Gedanke, der Ruhestand sei ihm also vergönnt. Unklar ist noch, wie es mit dem Rest der Band weitergeht, aber wir halten euch dahingehend auf dem Laufenden.

Und hat man den Sepp dann verabschiedet und unser Häuptling zum wiederholtem Male seine Laudatio verweigert weil er keine Stimme mehr hat, dann ist sie auch schon wieder rum, die Katzwanger Kärwa 2019. Friedlich soll sie sein, Spass muss sie machen, Geld darf sie kosten und das wird sie auch wieder.

Jetzt schon im Voraus ein dickes fettes Dankeschön. Ein Dankeschön an unsere Landwirte, die Feuerwehr, das Verwaltungsamt Süd, der SÖR und das Blütenwerk in Herpersdorf. Danke auch unseren Kaffeetanten, den Küchlersbäckerinnen, den einschlägigen Wirts-und Gasthäusern, unzähligen Freunden, Gönnern und Sponsoren für jeden Gutschein, Sachspende oder Dienstleistung. Und das nicht nur an der Kärwa. Das, was so niemand sieht und im Hintergrund passiert, all das wäre so ohne den Support von außen nie möglich.

In diesem Sinne wünschen der Sebbo, seine Boum und seine Madli den Katzwanger Bürgern und den Gästen aus Nah und Fern eine schöne und saustarke Kärwa 2019.

Kärwa, Kärwa, Kärwa! Lou net nouch.

Eure Katzwanger Kärwaboum und Madli

 

 

 

 

Ingo Schwarz, Amt für Presse-und Öffentlichkeitsarbeit

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