Die Rose, die keine ist

Region - Pfingsten steht vor der Tür – und damit, nomen est omen, die Blütezeit der Pfingstrosen. Anders als der Name vermuten lässt sind Pfingstrosen aber keine Rosen, sondern Hahnenfußgewächse und von daher mit der Butterblume und der Ranunkel verwandt. Ihrer Schönheit tut das keinen Abbruch: die üppigen Blüten sind schlichtweg überwältigend.

  • © Kalle-Kolodziej @ Fotolia.com

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Je nach Sorte dauert die Blüte zwischen zwei Wochen und mehreren Monaten. Während Stauden-Pfingstrosen nur etwa zwei Wochen lang in voller Blüte stehen, zeigen sich bei Strauch-Pfingstrosen die ersten Knospen ab Februar und behalten ihre Schönheit bis in den Juni hinein. Stauden-Pfingstrosen bleiben kleiner und ziehen ihre oberirdischen Teile im Winter komplett in die Erde zurück. Strauch-Pfingstrosen hingegen haben, wie andere Sträucher auch, verholzte Stängel, die lediglich über den Winter ihre Blätter verlieren. Strauch-Pfingstrosen können zudem wesentlich höher werden, je nach Sorte bis zu drei Meter. Seit einigen Jahren gibt es außerdem eine Kreuzung aus beiden Sorten, die sogenannten Intersektionellen Hybriden. Sie bilden Triebe, die nur an der Basis leicht verholzt sind.

Der richtige Standort
Egal für welche Sorte man sich entscheidet: der Platz sollte gut gewählt werden, denn Pfingstrosen sind langlebig – bis zu hundert Jahre können sie alt werden! - und mögen das Versetzen nicht. Die Päonien, so der Name im Gärtner-Latein, stehen gerne warm und windgeschützt, trotzdem gut belüftet aber nicht gerne in der prallen Sonne. Perfekt ist ein Standort im Lichten Schatten, zum Beispiel unter dem Blätterdach eines Laubbaums. Gut geeignet ist auch ein Plätzchen, das die überwiegende Zeit eines Tages Sonne hat und nur wenige Stunden im Schatten liegt. Die Wurzeln der Pfingstrose wachsen sehr tief. Suchen Sie in Ihrem Garten also eine Stelle mit tiefem, nährstoffreichem, feuchtem aber wasserdurchlässigem Boden. Staunässe ist nicht gut, deshalb sollten Gartenböden, die zu feucht sind, mit einer Drainage versehen werden. Das Substrat darf zudem nicht zu viel Humus oder Torf enthalten und sollte nicht zu sauer sein, am besten ist ein pH-Wert über 7. Wer einen eher sauren Gartenboden hat, kann diesen regelmäßig kalken. Beim Einpflanzen gilt es zu beachten, den Wurzelstock der Pfingstrosen nur drei bis vier Zentimeter unter die Erde zu legen – sonst gedeihen Pfingstrosen nicht richtig, blühen schlecht oder bilden nur kleine Knospen. Wichtig ist zudem etwa ein Meter Abstand zu anderen Pflanzen, denn Pfingstrosen entwickeln über die Jahre eine ausladende Größe.

Die richtige Pflege
Pfingstrosen benötigen erstaunlich wenig Pflege. Sie werden kaum krank, Wühlmäuse und Schnecken interessieren sich nicht für sie, sollten einmal braune oder gelbe Flecken auf den Blättern auftauchen, diese einfach großzügig wegschneiden und im Hausmüll entsorgen. Grauschimmel-Befall ist nur zu befürchten, wenn zu viel Mineraldünger eingesetzt wird. Selbst in trockenen Perioden brauchen Pfingstrosen kaum das Gießen, da sie tief wurzeln und sich in der Regel selbst mit Feuchtigkeit versorgen. Im Juli sollte man verwelkte Pflanzenteile entfernen, damit die Pfingstrosen ihre Kraft in die Rhizome statt in Samenkapseln stecken. Außerdem kann man jetzt noch ein wenig Kompost einarbeiten, alternativ Hornspäne oder Hornmehl. Die Stängel der Stauden-Pfingstrosen welken im Herbst und schützen die Pflanzen über den Winter – also vertrocknete Pflanzenteile brauchen erst im Frühjahr ausgesäubert werden. Bei den Hybriden schneidet man im Herbst die Triebe bis zu den verholzten Teilen, Strauch-Pfingstrosen werden überhaupt nicht gekürzt. Übrigens: gepflanzt werden Pfingstrosen im Herbst. Wenn Sie also jetzt Lust auf die prächtigen Blüher bekommen haben, sollten Sie sich den Termin unbedingt im Kalender eintragen.

Pfingstrosen in der Vase
Ohne Pfingstrosen leben müssen Sie jetzt aber trotzdem nicht. Pfingstrosen sind auch hervorragende, haltbare Schnittblumen und als solche im Blumengeschäft zu bekommen. Suchen Sie nach dicht gefüllten Exemplaren, die halten sich in der Wohnung am längsten. Spektakulär sind einzelne Blüten, die man in einer breiten Vase schwimmen lässt. Und wenn Sie dann im Herbst Ihre eigenen Pflanzen setzen, können Sie sich für das nächste Frühjahr vormerken: Der ideale Schnittzeitpunkt ist erreicht, wenn die Knospe einem leichten Druck zwischen Daumen und Zeigefinger nachgibt. Damit die Blüten voll erblühen, sollte man die Stängel an einem Blattansatz abschneiden und mindestens ein Blatt dran lassen. Und: nicht alle Pfingstrosen duften gut. Es gibt durchaus Sorten, die eher medizinisch, seifig oder ranzig riechen. Riechen Sie also vorher an den Blüten bevor Sie sich die Pfingstrosen ins Zimmer holen. Oder vielleicht bleibt sie ja dann einfach draußen und erlebt ihre Hochblüte, wie es ihre Natur ist: um Pfingsten herum.    

Von: Kristin Wunderlich ( Dipl. Biologin), Mittwoch, 22. Mai 2019 - Aktualisiert am Donnerstag, 06. Juni 2019
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