Horror in der Kreisklinik Roth

Roth - Pflegedienstleitung setzt auf ein ganz neues Fortbildungsprogramm und schickt die Mitarbeiter in den „Room of Horrors“.

  • „Room of Horrors“.

    „Room of Horrors“.
    © G. Rudolph

  • Die Mitarbeitenden suchen nach fehlern.

    Die Mitarbeitenden suchen nach fehlern.
    © G. Rudolph

Die Pflegedienstleitung der Kreisklinik Roth geht mit ihrem internen Fortbildungsprogramm interaktive Wege und schlägt eine Brücke zum Risikomanagement des Hauses.

Der stellvertretende Pflegedienstleiter Michael Christ erklärte, dass die Corona-Pandemie auch auf den Sektor der innerbetrieblichen Fortbildung in der Kreisklinik Roth großen Einfluss habe. Fort- und Weiterbildung würden zunehmend digital umgesetzt. Hinzu komme, dass nach Meinung von Pflegedienstleiter Dieter Debus jüngere Mitarbeiter zum Thema Bildung andere Schwerpunkte setzen als es noch vor Jahren üblich war. „Lange Fortbildungen treffen oft nicht mehr den Nerv der Kollegen.“

Alternatives Lernen in der Klinik
Auf der Suche nach alternativen Lernmethoden wurde die Pflegedienstleitung auf einen Beitrag einer Schweizer Fachzeitschrift mit dem Titel „Interaktives Lernen im Room of Horrors“ aufmerksam. Dort wurde dem Leser vorgestellt, wie das Bewusstsein für mögliche Gefährdungen von Patienten spielerisch trainiert werden kann. „Die Idee hat uns gefallen, wir wollten sie jedoch mit den digitalen Möglichkeiten unserer modernen Zeit verknüpfen“, so Debus.

Fehlerkultur
„Der aktive Umgang im Team mit unserer Fehlerkultur ist uns wichtig. Fehler machen ist die eine Sache, sie grundsätzlich sauber aufzuarbeiten, um aus ihnen zu lernen, bedeutet dagegen eine enorme Steigerung der Sicherheit für unsere Patienten“, erklärte Christ.
Und so könnte das funktionieren: In einem Patientenzimmer wird eine realistische Pflegesituation nachgestellt. Mithilfe einer Puppe ist dies für jedes beliebige Standardszenario denkbar. Gespickt mit unterschiedlichen Fehlern, ist dieser Raum dann der absolute Horror für alle Pflegenden, daher der Name „Room of Horror“.

Digital gestützt, mit einem eigens entwickelten Lernmodul, wird die Situation dann zum Leben erweckt. „Hierfür haben wir zwei Mitarbeiter mit pflegewissenschaftlichen Hintergrundwissen mit ins Team geholt“, berichtet Michael Christ. Thorsten Prennig, ein weiterer Mitarbeiter der Klinik, konnte seine Erfahrung in der Durchführung von digitalen Fortbildungen einbringen.

Ein paar Beispiele für Pflegefehler: Der Dauerkatheter wird abgeklemmt oder die Patientenglocke befindet sich nicht am Bett. Auf den ersten Blick handelt es sich um kleinere Fehler, die aber gravierende Folgen in der Versorgung haben können.

Nach der Fehlersuche bearbeiten alle Teilnehmer zusammen ein digitales Lernmodul, in dem alle Fehler und Situationen nach neuestem Erkenntnisstand erklärt und aufgearbeitet werden. Kleine Rätsel und Beispiele von Pflegefehlern sollen für Diskussionen sorgen. „Genau diese Diskussionen verändern unser Tun im Alltag“, betont Christ.

Für ihn steht fest: „Unser Horror-Raum kommt bei den Mitarbeitern sehr gut an, erhöht den Teamgeist und sensibilisiert sie effektiv in der Vermeidung von Fehlern“. Mit dem Ziel, dass aus dem „Room of Horror“ ein Ort des interaktiven und interdisziplinären Lernens wird, soll das Programm weiterentwickelt und die Lerneinheiten ausgebaut werden.

Von: Guntram Rudolph (Öffentlichkeitsarbeit), Mittwoch, 05. Mai 2021 - Aktualisiert am Dienstag, 18. Mai 2021
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »Kreisklinik Roth« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/kreisklinikroth
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