Mercosur – was ist das denn?

Ein Handelsabkommen für Wirtschaftswachstum, aber gegen Natur und unsere Landwirtschaft

  • Proteste gegen das Mercusor-Abkommen

    Proteste gegen das Mercusor-Abkommen
    © Hermann Bredehorst / Brot für die Welt

Mercosur ist ein geplantes Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur–Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Vor allem Deutschland will das Abkommen unbedingt abschließen. Es soll dafür sorgen, dass wir mehr Waren (v.a. KFZ, Chemikalien und Maschinen) nach Südamerika liefern können. Im Gegenzug bekommen wir viel billiges Rindfleisch und günstige landwirtschaftliche Erzeugnisse.

Dafür nehmen wir in Kauf, dass für die Erzeugung der Import-Produkte der Regenwald abgebrannt wird (Brasilien tut das im Moment im Rekordtempo). Der Anbau der landwirtschaftlichen Produkte erfolgt mit einem Einsatz von Pestiziden, der jeden Landwirt in Deutschland sofort hinter Gitter bringen würde. In der Tierhaltung werden Antibiotika und Mastmittel eingesetzt, die bei uns schon Jahrzehnte verboten sind.

Wenn schon Freihandelsabkommen geschlossen werden, dann müssen wenigstens Mindeststandards in den Bereich Menschenrechte, Umweltschutz und Tierschutz darin festgeschrieben werden. In Südamerika jedoch sprühen die Flugzeuge die Pestizide sogar über die Behausungen der Armen neben den Feldern, weil das Gift so billig ist. Das führt zu massenhaften Missbildungen bei diesen Menschen und es ist extrem unfair gegenüber den europäischen Landwirten, die sich an die bei uns vorgegebenen Gesetze halten. Wenn wir das Tierwohl verbessern wollen (was das Fleisch zwangsläufig teurer macht), dann können wir nicht gleichzeitig Rindfleisch importieren, das so billig ist, weil man dort keinerlei Rücksicht auf die Tiere und die Umwelt nimmt. Anstatt sich um die Überwachung von Hundebesitzern in Deutschland zu kümmern (60 Minuten Gassigehen per Gesetz), sollte sich unsere Landwirtschaftsministerin besser um die Landwirte sorgen und diese nicht zu Verlierern eines Abkommens des Wirtschaftsministeriums machen.

Die Aufgabe der Wirtschaft ist es, im Dienst des Menschen zu stehen. Mercosur jedoch stellt in der jetzt geplanten Form die Menschen und die geniale Natur des Regenwaldes in den Dienst des Wirtschaftwachstums. Dieses primitive Wachstum ist aber nur durchzuhalten bis der Regenwald weg ist. Bis dahin werden in Südamerika vor allem einige wenige Großgrundbesitzer und internationale Unternehmen mit gigantischem Landbesitz etwas von dem Segen dieses Freihandelsabkommens abbekommen. Danach sieht es für Südamerika düster und für das Klima katastrophal aus.

Jede/r sollte sich über dieses Abkommen informieren und im Falle der Ablehnung das auch durch eine Unterschrift z.B. bei https://act.gp/eumercosur kundtun.

Von: Hans Anschütz, Dienstag, 01. September 2020 - Aktualisiert am Donnerstag, 03. September 2020
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »ÖDP - Ortsverband Kornburg« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/oedp-kornburg
Empfehlen Sie diesen Artikel:

Kommentar schreiben

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.