SPD-Fraktion zu Besuch in Hadera und Nablus

Nürnberg - Eine Partnerschaft zu einer israelischen Gemeinde ist für eine Stadt wie Nürnberg nicht nur naheliegend, sondern geradezu ein Muss. Das Besondere an der Freundschaft zu Hadera: die ersten Kontakte gehen auf die Bemühungen von Jugendlichen zurück. Denn Jugendliche waren es, die bereits 1974 durch regelmäßigen Austausch die schwierigen Beziehungen zwischen Deutschen und Israelis zu verbessern begannen. Stadtrat Arno Hamburger, Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnbergs, brachte dann 1986 aus Hadera einen unterschriebenen Freundschaftsvertrag mit, 1995 schließlich wurde dann ein ganz offizieller Städtepartnerschaftsvertrag unterzeichnet.

  • Tel Aviv

    Tel Aviv
    © Harald Dix

  • Bürgermeister von Nablus mit Thorsten Brehm

    Bürgermeister von Nablus mit Thorsten Brehm
    © Harald Dix

  • Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem

    Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem
    © Harald Dix

  • Jerusalem

    Jerusalem
    © Harald Dix

  • SPD Fraktion vor Jaffator

    SPD Fraktion vor Jaffator
    © Harald Dix

  • Klagemauer

    Klagemauer
    © Harald Dix

  • Klagemauer

    Klagemauer
    © Harald Dix

  • Nablus

    Nablus
    © Harald Dix

In Zuge der gegenseitigen Besuche fuhr dieses Jahr an Christi Himmelfahrt eine Gruppe von SPD-Stadträtinnen und Stadträten in die israelische Partnerstadt Hadera sowie die palästinensische Stadt Nablus. Mit Nablus pflegt Nürnberg seit 2015 eine Städtefreundschaft. Daneben standen für die 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch Besuche der Städte Tel-Aviv und Jerusalem auf dem Programm.

Gute Nachbarschaft in Newe Schalom

Erste Station der Reise: Newe Schalom. Das an der Autobahn Tel Aviv – Jerusalem oberhalb von Latrun gelegene Dorf wurde von jüdischen und arabischen Staatsbürgern Israels gemeinsam aufgebaut. Sie zeigen, dass Juden und Palästinenser in guter Nachbarschaft friedlich zusammen leben können. Sie setzen sich miteinander für Gleichberechtigung und Verständigung zwischen beiden Völkern ein.

In Jerusalem dann hinterließ der Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem bei der Reisegruppe bleibende Eindrücke. Zu Beginn der Ausstellung, die die Anfänge der Judenverfolgung in Deutschland zeigt, sind hier auch Bilder vom Luitpoldhain auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände in Nürnberg zu sehen.

Ebenfalls sehr beeindruckend war die Altstadt Jerusalems mit ihrem besonderen Zusammenleben von Juden, Muslimen und Christen, vor allem auch die Atmosphäre am Freitag, an welchem der Sabbat ebenso gefeiert wird wie das Freitagsgebet der Muslime.

Stadt zwischen den Bergen

Nach einem kurzen Zwischenstopp am Toten Meer ging es weiter in das palästinensische Autonomiegebiet nach Nablus, wo die Delegation vom Bürgermeister in Empfang genommen wurde. Die zwischen den Bergen Garizim und Ebal liegende Stadt wird ebenfalls von Christen, Israelis und Muslimen bewohnt. Eine Herausforderung für die Stadt, wie der Bürgermeister erklärte, ist das enorme Wachstum der letzten Jahre. Aufgrund des immer noch nicht abschließend geklärten Status der Gebiete ist es für Nablus nicht möglich, außerhalb der bisherigen Stadtgrenzen zu wachsen. Beim Thema Wasser und Energie wurde die Abhängigkeit von Israel als Herausforderung genannt. Der Bürgermeister, der selbst auch schon Nürnberg besucht hatte, betonte die Bedeutung internationaler Städtefreundschaften gerade für seine Stadt. Bei der anschließenden Stadtführung konnte auch eines der Feuerwehrfahrzeuge aus Nürnberg, ein Geschenk an Nablus, in Aktion erlebt werden. Das Abendessen im Rahmen eines Fastenbrechens zu Ramadan bildete den Abschluss des Besuchs von Nablus.

Danach erreichte die Gruppe schließlich die Partnerstadt Hadera. Dort standen Besuche beim Science Center und einer demokratischen Schule auf dem Programm. Das Science Center bringt Kindern Technik, Naturwissenschaften und Medizin näher. Dort können verschiedene medizinische Situationen aus Krankenhäusern simuliert werden und die Kinder können sich direkt und realitätsnah an den Berufsbildern eines Arztes oder Pflegers ausprobieren. Auch das neue Rathaus in Hadera durfte natürlich im Besucherprogramm nicht fehlen.

Am Ende waren sich alle einig: Die Reise war eine ganz besondere Erfahrung mit vielen bleibenden Eindrücken – nicht zuletzt, weil der Konflikt in der Region natürlich immer wieder Thema und auch deutlich im Alltag durch Präsenz von Militär und Polizei sichtbar war. Zugleich zeigt sich Israel als beeindruckendes Reiseland, mit einer Vielfalt von unterschiedlichsten Landschaften auf kleinem Raum und Städten mit einer beeindruckenden Geschichte.

Hadera ganz nah!
Noch bis Weihnachten ist Hadera garnicht weit: auf dem Markt der Partnerstädte, einem Teil des Nürnberger Christkindlesmarktes, ist die israelische Gemeinde mit einem eigenen Stand vertreten – genau wie alle anderen Partnerstädte Nürnbergs. 

Weitere Infos:
www.nuernberg.de/internet/international/hadera_home.html
meier Magazin Ausgabe November 2019, S. 6/7

Von: Harald Dix (Mitglied des Stadtrates), Samstag, 07. Dezember 2019 - Aktualisiert am Donnerstag, 12. Dezember 2019
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